Pflanzen und Pflanzenteile

Moderne Pflanzenschutztechnik: Effizienz und Umweltschutz im Fokus

Die 15. Fachtagung „LAND.TECHNIK FÜR PROFIS“ beleuchtete aktuelle Möglichkeiten der modernen Pflanzenschutztechnik. Experten diskutierten über Effizienz und Umweltschutz, wobei die präzise Applikation von Wirkstoffen im Vordergrund stand, um maximale Effizienz bei minimaler Umweltbelastung zu erreichen.

Herausforderungen und Entwicklungen in der Pflanzenschutztechnik

Die 15. Fachtagung „LAND.TECHNIK FÜR PROFIS“ der Max-Eyth-Gesellschaft Agrartechnik im VDI (VDI-MEG) und der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) am 17. und 18. Februar 2016 beleuchtete die aktuellen Möglichkeiten der modernen Pflanzenschutztechnik. Im Mittelpunkt standen dabei die Herausforderungen des Umwelt-, Anwender- und Produktschutzes.

Rund 270 Experten aus Wissenschaft, Industrie, Beratung und Praxis trafen sich bei LEMKEN in Alpen, um über Anforderungen im Pflanzenschutz sowie neueste Entwicklungen bei Geräte- und Applikationstechnik zu diskutieren. Prof. Dr. Peter Pickel, VDI-MEG-Vorsitzender, und DLG-Vorstandsmitglied Hubertus Paetow hoben in ihren Eröffnungsansprachen hervor, dass der Schutz von Umwelt, Anwender und Produkt heute einen ebenso hohen Stellenwert wie die Wirksamkeit der Mittel einnimmt.

Die Entwicklung der Pflanzenschutztechnik wird zunehmend nicht nur von der Innovationskraft der Hersteller, sondern auch von der Öffentlichkeit und den Zulassungsbehörden beeinflusst. Ziel ist es, Wirkstoffe in der richtigen Menge präzise zu applizieren, um maximale Effizienz bei minimaler Umweltbelastung zu erreichen. Die Tagung zeigte auf, dass dies mit der aktuellen Technik realisierbar ist.

Moderne Geräte verfügen über Lösungen zur Vermeidung von Restmengen, zur Behälterreinigung, zum Anwenderschutz und zur Minimierung von Abdrift. Zudem ermöglichen sie das automatische An- und Abschalten einzelner Teilbreiten oder Düsen an exakten Positionen.

Elektronik und Bedienerfreundlichkeit in der Anwendung

Elektronische Hilfsmittel sind in allen Spritzsystemen ein wichtiger Faktor. Die Diskussionen zeigten jedoch, dass Landwirte neben der elektronischen Unterstützung und der Modulvielfalt auch eine zuverlässige und ausfallsichere Technik sowie eine hohe Bedienerfreundlichkeit fordern. Zudem besteht der Wunsch nach herstellerübergreifenden, offenen Lösungen für intuitive Entscheidungsunterstützungssysteme zur zielorientierten, termingerechten und präzisen Applikation von Pflanzenschutzmitteln.

Verbreitung moderner Verfahren und Umweltschutz

Es ist entscheidend, dass moderne Pflanzenschutztechnik bei allen Landwirten Anwendung findet. Andernfalls verzögern sich die positiven Effekte des technischen Fortschritts und tragen nicht unmittelbar zur öffentlichen Diskussion bei. Ein Beispiel hierfür sind punktuelle Einträge von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer bei der Gerätereinigung. Diese sind bei entsprechender Geräteausstattung und Handhabung oft einfacher zu vermeiden als andere Eintragspfade. Dennoch gelangen viele nachgewiesene Pflanzenschutzmittelrückstände über diesen Weg, beispielsweise durch Hofplatzentwässerung, in die Umwelt.

Auf der Tagung wurden geschlossene, kontaminationssichere Befüllsysteme für flüssige Pflanzenschutzmittel vorgestellt. Diese Systeme können über Adapter nahezu alle Gebindegrößen bedienen. Die Bedienung wird durch elektronische Durchflussmesser oder integrierte Messzylinder vereinfacht. Neben den positiven Umweltaspekten minimiert oder verhindert der Verzicht auf eine Einspülschleuse auch potenzielle Spritzschäden in Nachfolgekulturen, da die Reinigung deutlich einfacher ist.

Düsenauswahl und Anwendungsqualität für optimale Ergebnisse

Der Erfolg der Anwendung hängt maßgeblich von einer gleichmäßigen Anlagerung und Belagsbildung des Pflanzenschutzmittels auf der Zielfläche ab. Für abdriftreduzierte Anwendungen bieten die meisten Hersteller Düsentypen an, sowohl kompakte als auch lange Injektordüsen. Landwirte sollten jedoch auch die biologische Wirkung berücksichtigen, insbesondere bei reduzierten Wassermengen oder steigenden Fahrgeschwindigkeiten.

Das Hauptziel ist die Sicherstellung der Anwendungsqualität durch ausreichende Benetzung und gegebenenfalls Bestandsdurchdringung. Die Wahl zwischen Flachstrahl- oder Doppelflachstrahl-Injektordüsen hängt vom Einsatzbereich und den äußeren Bedingungen ab. Aus heutiger Sicht wird die Injektordüse empfohlen, da sie die biologische Wirksamkeit und damit einen guten Ertrag sichert und gleichzeitig die meisten umweltrelevanten Auflagen erfüllt.

Weitere Themen der Fachtagung umfassten gesetzliche Anforderungen im Pflanzenschutz, die Gestängeführung und deren Einfluss auf die Verteilgenauigkeit, den Vergleich von Selbstfahrern und gezogenen Spritzen, die Zufuhrlogistik auf dem Betrieb sowie betriebs- und arbeitswirtschaftliche Verfahrensvergleiche.

Der Tagungsband zur 15. Fachtagung „LAND.TECHNIK FÜR PROFIS“ ist zum Preis von 15 € erhältlich. Bestellungen sind unter Tel: 069/24788-310 oder per E-Mail an c.braungardt@dlg.org möglich.

25.02.2016

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