Gartengestaltung, Pflanzen und Pflanzenteile

Bepflanzte Vorgärten als natürliche Klimaanlage

Bepflanzte Vorgärten können als natürliche Klimaanlagen fungieren und die Temperaturen in Städten senken. Sie wirken der Entstehung städtischer Wärmeinseln entgegen und tragen zu einem angenehmeren Mikroklima bei. Wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen gegen die Gestaltung mit Schotter.

Grüne Oasen gegen städtische Wärmeinseln

Die zunehmende Hitze in den Sommermonaten und die steigende Zahl an Tropennächten erfordern eine Anpassung urbaner Räume an veränderte klimatische Bedingungen. Frischluftschneisen und begrünte Flächen können die Temperaturen in Städten senken und der Entstehung städtischer Wärmeinseln entgegenwirken.

Während sich versiegelte Flächen wie Asphalt und Beton unter Sonneneinstrahlung stark aufheizen, wirken Bepflanzungen kühlend. Bäume spenden Schatten und geben durch ihre Blätter Wasserdampf ab. Dieser Prozess kühlt die unmittelbare Umgebung und trägt zu einem angenehmeren Mikroklima bei.

Große Stadtbäume beispielsweise spenden angenehmen Schatten und geben darüber hinaus Wasserdampf durch die Spaltöffnungen ihrer Blätter ab. So kühlen sie aktiv ihre direkte Umgebung und schaffen ein angenehmeres und gesünderes Klima vor Ort.

Nicht nur große Bäume und Parks beeinflussen das Mikroklima. Auch kleinere Flächen, wie Vorgärten, haben eine signifikante Wirkung. Die Diskussion um sogenannte „Schotterwüsten“ verdeutlicht dies. Wissenschaftliche Erkenntnisse sprechen gegen die Gestaltung mit Schotter, Kies und Steinen.

Zwar wird bei diesen steinreichen Vorgärten gerne behauptet, sie seien primär eine Frage des persönlichen Stils, tatsächlich gibt es aber eine Reihe an Gründen, die aus wissenschaftlicher Sicht gegen diese Gestaltung sprechen. Neben Lärmminderung, Luftfilterung und Biodiversität ist jetzt im Sommer vor allem der Temperaturaspekt wesentlich.

Steine, Schotter und Kies heizen sich tagsüber stark auf und geben diese Wärme an ihre Umgebung ab. Eine Demonstration der Hessischen Gartenakademie (HGA) im Jahr 2020 zeigte, dass die Temperatur einer geschotterten Fläche unter Wärmeeinwirkung zehn bis 20 Grad Celsius höher lag als die einer bepflanzten Fläche. Ähnliche Ergebnisse lieferte eine Untersuchung der luxemburgischen Umweltschutzorganisation „Mouvement Ecologique“.

Wärmebildaufnahmen in Luxemburg-Stadt zeigten, dass Schotterflächen Temperaturen von bis zu 48 Grad Celsius erreichten, während Bereiche mit Sträuchern, Hecken und begrünten Fassaden deutlich niedrigere Temperaturen aufwiesen. Dies ist besonders kritisch in Tropennächten, in denen die Lufttemperatur über 20 Grad Celsius liegt und keine Abkühlung mehr eintritt.

Besonders kritisch wird es während der sogenannten Tropennächte, die in der Regel auf sehr heiße Tage folgen und mit einer Lufttemperatur von über 20 Grad Celsius keine Abkühlung mehr bringen. Aufgeheizte Schotterflächen, die nachts ihre Wärme an ihre Umgebung und somit auch an das Wohnhaus abgeben, tun dann ihr übriges. Lüften bringt dann leider nichts mehr!

Angesichts dieser Erkenntnisse erlassen immer mehr Städte und Gemeinden Satzungen, die die Begrünung von Vorgärten vorschreiben. Pflanzen spielen eine wesentliche Rolle im Umgang mit den Folgen des Klimawandels.

Pflanzen – auch auf der vermeintlich so kleinen Fläche vor dem Haus – spielen im Hinblick auf den Klimawandel und seine Folgen eine ganz wesentliche Rolle! Trotzdem: Wir sind überzeugt, dass Verbote nicht der richtige Weg sind, sondern dass wir mit guten Gründen und attraktiven Gestaltungsempfehlungen überzeugen müssen. So halten wir es auch bei unserer Initiative ‚Rettet den Vorgarten‘.

Informationen und Inspirationen für die Gestaltung von Vorgärten sind auf der Facebook-Seite „Rettet den Vorgarten“ sowie auf www.mein-traumgarten.de/Vorgarten verfügbar. Dort finden sich auch Listen von Fachbetrieben, die bei der Umgestaltung von Schotterflächen in grüne Oasen unterstützen können.

27.06.2024

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