Die Grüne Stadt

Stadtbäume: Herausforderungen und Lösungen für grüne Metropolen

Der Kongress „Stadt.Baum.Dach“ beleuchtete die zentrale Rolle von Bäumen im urbanen Raum. Experten diskutierten Herausforderungen wie unsichtbare Schwierigkeiten unter der Oberfläche und die Konkurrenz um knappen Raum. Bäume sind unverzichtbare Stadtgestalter, deren Pflege angepasste Konzepte erfordert.

Versteckte Schwierigkeiten unter der Oberfläche urbaner Räume

Fuchs betonte, dass die größten Schwierigkeiten für Stadtbäume oft unsichtbar sind. Während Bäume in Parks, auf Spielplätzen oder Friedhöfen vergleichsweise gute Bedingungen vorfinden, sind Straßenbäume mit erheblich härteren Standortbedingungen konfrontiert. Auch wenn die Baumscheibe oberirdisch ausreichend dimensioniert erscheint, kämpfen die Wurzeln unter der Erde um Raum. Rohre, Leitungen, Bodenverdichtungen und schlechte Substratqualität behindern Wachstum und Vitalität der Bäume.

Konkurrenz um knappen Raum

Die Konkurrenz um den begrenzten Platz in Städten führt zu Zielkonflikten. Fuchs berichtete von Fällen, in denen vitale Großbäume gefällt werden sollen, um die Sonneneinstrahlung für Photovoltaikanlagen zu optimieren. Auch der Ausbau von Radwegen darf nicht zu Lasten weiterer Versiegelung gehen. Die mehrfache Nutzung eines Quadratmeters ist nicht möglich, was Prioritäten erfordert. Die Ansprüche verschiedener Nutzungen konkurrieren um die knappe Ressource Platz.

Bäume als unverzichtbare Stadtgestalter

Die steigende Wertschätzung für Stadtgrün ist eine Folge zunehmender Hitze und Trockenheit. Fuchs hob hervor, dass Bäume heute nicht mehr nur als „nett“, sondern als „nötig“ angesehen werden. Ihre Funktionen reichen von Kühlung und Beschattung bis hin zur Luftfilterung. Diese vielfältigen Leistungen machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil lebenswerter Städte.

Früher waren Erhalt und Pflanzung von Bäumen eine rein emotionale Angelegenheit. Ganz nett, aber eben nicht nötig. Das hat sich total verändert. Heute ist es vollkommen klar, dass wir so viele Bäume wie möglich in den Städten brauchen, auf möglichst optimalen Standorten, damit sie lebenswert bleiben. Sei es zur Kühlung, zur Beschattung oder als Luftfilter.

Die Pflege dieser wichtigen Stadtbewohner erfordert angepasste Konzepte. Das Schwammstadt-Prinzip ist grundsätzlich vorteilhaft, jedoch muss sichergestellt werden, dass die Wurzeln ausreichend belüftet werden und Staunässe vermieden wird. Zudem ist die Qualität des gesammelten Wassers entscheidend: Salze und Schadstoffe müssen gefiltert werden, bevor das Wasser in die Baumgrube gelangt, auch wenn hier bereits Fortschritte erzielt wurden.

Maßnahmen für die Zukunft der Stadtbäume

Fuchs präsentierte konkrete Maßnahmen für Kommunen und Planer. Dazu gehört die verlängerte Fertigstellungs- und Entwicklungspflege über mindestens fünf Jahre. Die Anwendung dieser Werkzeuge zahlt sich aus, wie das Beispiel der Kirschblüte in Bonn zeigt. Die Heerstraße in der Bonner Altstadt, umhüllt von blühenden Zier-Kirschen, verdeutlicht die emotionale Wirkung von Bäumen, die über ihre funktionalen Aspekte hinausgeht.

22.11.2023

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