EU-Agrarrat: Kampf gegen importierte Entwaldung
Özdemir sprach sich deutlich für den Verordnungsentwurf der EU-Kommission aus, der darauf abzielt, Entwaldung und Waldschädigung durch bestimmte Agrarrohstoffe zu verhindern. Er betonte die Notwendigkeit, globale Lieferketten entwaldungsfrei zu gestalten, da Agrarrohstoffe wie Soja, Weizen und Palmöl, die in Deutschland und Europa konsumiert werden, weltweit zu Rodungen beitragen.
„Wenn Wälder aktiv zerstört werden, dann ist das fatal für den Klimaschutz. Umso wichtiger ist es, auch die importierte Waldzerstörung in den Blick zu nehmen und zu verhindern. Denn Agrarrohstoffe wie Soja, Weizen oder Palmöl, die wir in Deutschland und Europa konsumieren, tragen weltweit zu Rodungen bei. Dem wollen wir ein Ende setzen, globale Lieferketten müssen entwaldungsfrei sein.“
Der Minister hob hervor, dass die Zustimmung zu internationalen Handelsabkommen wie Mercosur künftig vom Schutz und Erhalt bestehender Waldflächen abhängen müsse.
Notfallplan für Lebensmittelversorgung in Krisenzeiten
Die Ministerinnen und Minister verabschiedeten zudem Ratsschlussfolgerungen für einen Notfallplan zur Gewährleistung der Lebensmittelversorgung und Ernährungssicherheit in Krisenzeiten. Özdemir erinnerte an die Irritationen im europäischen Lebensmittelhandel während der Corona-Pandemie, betonte jedoch, dass die Versorgung stets gesichert gewesen sei.
„Europa hat hier Teamwork und Standfestigkeit bewiesen. Mit dem Notfallplan wird dieser enge Austausch im Krisenfall nun institutionalisiert. Gerade in Sondersituationen müssen wir europäisch denken und klare Strukturen haben, um sofort reagieren zu können, wenn es zu Verzögerungen im Ablauf kommt. Dafür haben wir heute den Grundstein gelegt.“
Tierschutz bei Legehennen: Brustbeinbrüche im Fokus
Ein weiteres Thema war eine dänische Studie, die aufzeigte, dass bei rund 85 Prozent der Legehennen Brustbeinbrüche auftreten, unabhängig von der Haltungsform. Die Ursache wird hauptsächlich in genetischen Faktoren vermutet, was auf eine wichtige Rolle der Zucht hindeutet.
„Der Tierschutz hat für mich oberste Priorität. Wer sich das Recht nimmt, Tiere zu nutzen, hat auch die Pflicht, sie bestmöglich zu schützen. Die Ergebnisse der Studie sehen wir daher mit großer Besorgnis und nehmen sie sehr ernst. Dänemark werden wir dabei unterstützen, die genauen Ursachen für die Brustbeinbrüche umfassend zu untersuchen. Gleichzeitig werden wir auch in Deutschland prüfen, was wir hier tun können und müssen, um den Tierschutz zu stärken.“
Deutschland wird Dänemark bei der Untersuchung der Ursachen unterstützen und eigene Maßnahmen zur Stärkung des Tierschutzes prüfen.
