Pflanzen und Pflanzenteile

52. Osnabrücker Kontaktstudientage: Pflanzentechnologie und Landschaftsarchitektur im Fokus

Die 52. Osnabrücker Kontaktstudientage beleuchteten Zukunftschancen in Pflanzentechnologie und Landschaftsarchitektur. Rund 340 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil, die Vorträge, eine Firmenkontaktmesse und Auszeichnungen umfasste.

Zukunftsthemen im Fokus der Kontaktstudientage

Die Hochschule Osnabrück veranstaltete in Kooperation mit dem Freundeskreis Hochschule Osnabrück Gartenbau & Pflanzentechnologie und Landschaftsarchitektur e.V. die 52. Kontaktstudientage. Die Veranstaltung widmete sich den Themen „Pflanzentechnologie: Zukunftschancen Gartenbau und Landwirtschaft“ und „LA 4 Future – Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft heute entwickeln.“

Rund 340 Interessierte besuchten die Kontaktstudientage, die im Rahmen des 75-jährigen Jubiläums des Freundeskreises stattfanden. Neben Vorträgen von Experten aus Forschung und Praxis gab es eine Firmenkontaktmesse. Zudem wurden Absolventen für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet und die Osnabrücker Ehrenmedaille verliehen.

Am Vormittag des ersten Tages erfolgte eine gemeinsame Begrüßung für die Sektionen Landschaftsarchitektur sowie Gartenbau & Pflanzentechnologie.

In beiden Sektionen war das Thema Zukunft sehr relevant. Umso mehr freut uns, dass wir so viele Studierende bei den Veranstaltungen begrüßen konnten, denn sie sind die Zukunft. Die Rückmeldungen haben bestätigt, dass wir ein passendes Programm entwickelt haben.

Dies erklärte Marc-Guido Megies, Vorsitzender des Freundeskreises.

Sektion Pflanzentechnologie: Zukunftschancen Gartenbau und Landwirtschaft

Die erste Sektion befasste sich mit dem Beitrag moderner pflanzentechnologischer Ansätze zur Bewältigung von Herausforderungen in der Pflanzenproduktion. Prof. Ralf-Udo Ehlers stellte das Potenzial von insektenpathogenen Nematoden zur Bekämpfung von Schädlingen wie Dickmaulrüsslern und Thripsen vor. Sein Unternehmen hat ein biotechnologisches Verfahren zur industriellen Massenproduktion dieser Nützlinge entwickelt.

Wenn Sie gute Ideen für neue Produkte und Verfahren haben, wagen Sie den Schritt in die Selbstständigkeit.

Mit diesen Worten ermutigte der Agrarwissenschaftler die Studierenden. Dr. Elias Böckmann informierte über technische Entwicklungen zur automatischen Erfassung von Schädlingen in Lockfallen und auf Pflanzen.

Holger Fechner gab einen Überblick über Biostimulanzien. Er wies darauf hin, dass für viele der beworbenen Präparate oft noch kein wissenschaftlicher Nachweis vorliegt. Derzeit laufen bundesweit mehrjährige Exaktversuche, um die Wirksamkeit dieser Produkte zu überprüfen. Dr. Elke Bloem beleuchtete die Bedeutung des Nährstoffs Schwefel für die Pflanzenproduktion, insbesondere hinsichtlich der Verbesserung von Stresstoleranz und Produktqualität.

Prof. Ali Naz und Dr. Monika Spiller präsentierten Möglichkeiten zur Züchtung von Nutzpflanzen, die besser an Dürreperioden und andere Klimawandelphänomene angepasst sind.

Die Erhaltung der genetischen Diversität ist dabei entscheidend für die Entwicklung widerstandsfähiger Sorten.

Dies betonte Prof. Naz. Susanne Vollmer zeigte auf, welche Perspektiven die zielgerichtete Veränderung von Genen mit der CRISPR/Cas-Methode für den Züchtungsfortschritt eröffnet. Prof. Christoph-Martin Geilfus stellte ein Agrarsystem für urbane Räume vor, das die integrierte Anzucht von Fischen, Insekten und Pflanzen in kommunizierenden Modulen vorsieht.

Ziel ist es, Nahrungsmittel auf Basis weitgehend geschlossener Energie- und Stoffkreisläufe zu produzieren.

So Geilfus. Abschließend präsentierten Elisa Lausus und Dina Restemeyer neue berufsbegleitende Fortbildungs- und Studienprogramme im Bereich der Pflanzentechnologie.

Sektion Landschaftsarchitektur: Akademische Ausbildung und Berufsfeld

Die Sektion Landschaftsarchitektur bot Einblicke in zukünftige Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven des Berufsfelds. Die Teilnehmer konzentrierten sich auf Veränderungen, die die Landschaftsarchitektur betreffen, darunter Klimawandel, Extremwetterereignisse sowie soziale und demografische Verschiebungen. Impulsvorträge von Studierenden, Berufsverbänden und Arbeitgebern prägten den Verlauf.

Dr. Martin Wrobel vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung gab einen Überblick über zukünftige Herausforderungen. Adrian Bäck und Sarah Leckschat von der Bundesfachschaft Landschaft ergänzten dies. Dipl.-Ing. Thomas Dill und Dipl.-Ing. Ben Warnecke vom Büro Adlerolesch Landschaftsarchitekten beleuchteten vergangene und zukünftige Werkzeuge und Herangehensweisen. Christian Nollen, Abteilungsleiter StadtGrün der Stadt Bergisch Gladbach, gab Einblicke aus kommunaler Sicht.

Dr. Detlef Haß, Bildungsberater des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V., erörterte das erforderliche Skillset für Berufseinsteiger basierend auf den 4 Ks (Kreativität, Kritisches Denken, Kollaboration, Kommunikation). Dipl.-Ing. Gotthard Storz, Vorstandsvorsitzender BDLA Niedersachsen + Bremen, beleuchtete die zukünftige Perspektive des Berufsfeldes durch den Berufsverband.

Die Veranstaltung diente als Plattform für den Austausch zwischen Studierenden, Fachkräften, Arbeitsmarktakteuren, Verbänden und Behörden. Ziel war die Diskussion und Anregung zur Anpassung von Arbeitsmarkt, Arbeitsumfeld und Ausbildung an bevorstehende Herausforderungen. Das Motto "LA 4 Future – Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft heute entwickeln" unterstrich das Bestreben, Lösungsansätze zu erarbeiten und ein positives Bild der Landschaftsarchitektur zu vermitteln, um Fachkräfte zu gewinnen.

Neben den Fachvorträgen und Diskussionen nutzten viele Teilnehmer die Veranstaltung zum Austausch mit ehemaligen Kollegen, Kommilitonen und Lehrenden. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Freundeskreises fand ein Empfang im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses statt. Bürgermeisterin Birgit Strangmann dankte dem Freundeskreis und der Hochschule für die Zusammenarbeit bei der jährlichen Verleihung der Osnabrücker Ehrenmedaille.

Marc-Guido Megies, Vorsitzender des Freundeskreises, versprach, dass zukünftig Osnabrücker Themen in den Weiterbildungsveranstaltungen der Kontaktstudientage behandelt werden. Der Freundeskreis lud zudem zu einer Jubiläumsabendveranstaltung ein.

27.11.2023

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