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Parlamentarischer Abend: Klimaschutz und Fachkräftemangel im Fokus

Der 14. Parlamentarische Abend des VDL Bundesverbandes und des BHGL beleuchtete Klimaschutz und Fachkräftemangel. Zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutierten die Herausforderungen und Chancen für den Agribusiness-Sektor.

Klimaschutz als zentrale Aufgabe des Berufsstands im Agribusiness

Markus W. Ebel-Waldmann, Präsident des VDL, hob in seiner Eröffnungsrede die Bedeutung des Klimaschutzes als zentrale Zukunftsaufgabe hervor. Er betonte, dass es die Aufgabe des VDL sei, den Berufsstand für die Bewältigung dieser Herausforderungen zu positionieren. Ebel-Waldmann verwies auf ein zuvor stattgefundenes VDL-Fachforum zum Thema „Der Klimawandel und seine Folgen – Auswirkungen auf das Agribusiness und den Berufsstand“.

Der vergangene Sommer sei als zweitwärmster und zweittrockenster Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte eingegangen. Diese Situation bedinge auch eine Wandlung des Arbeitsmarktes für Agrar- und Ernährungswissenschaftler. Der Verbandspräsident unterstrich die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit in der berufsständischen Vertretung der akademischen Berufe im Grünen Bereich. Er hob zudem die guten Chancen für Hochschulabsolventen Grüner Studiengänge auf dem Arbeitsmarkt hervor, da viele Unternehmen und die öffentliche Verwaltung ihren Bedarf an Fachkräften nur mit großen Anstrengungen decken könnten.

Gartenbauwissenschaften und die Sicherung von Fachkräften

Marc-Guido Megies, Präsident des BHGL, betonte, dass die Gartenbauwissenschaften gut aufgestellt seien, um Lösungsansätze im Kampf gegen den Klimawandel zu erarbeiten. Als Beispiel nannte er das bundesweit vom BMEL ausgeschriebene Verbundprojekt HORTINOVA, das Themen wie Gartenbau 4.0, ressourcenschonende Kreislaufsysteme (Schwerpunkt Torfersatz), Pesticide Free Horticulture, Gartenbau als Lieferant von Inhalts- und Rohstoffen sowie Urbanen Gartenbau behandelt.

Zur Bearbeitung dieser Lösungsansätze seien jedoch qualifizierte Professuren erforderlich. Megies appellierte an Politik, Präsidien, Dekaninnen und Dekane sowie Studiendekane der Hochschulen und Universitäten, Gartenbauprofessuren auszuschreiben und wiederzubesetzen, um dem Fachkräftemangel in Gartenbauunternehmen entgegenzuwirken.

Der BHGL verfolge zudem mit Besorgnis die Pläne des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), das Programm zum Stadtgrün als eigenen Titel aufzulösen und in andere Förderprogramme zu integrieren. Megies äußerte die Befürchtung einer Fremdverwendung der bisherigen Mittel und unterschiedlicher Umsetzungen in den Bundesländern. Angesichts der jüngsten Hitzeperioden und des wachsenden Bewusstseins für die Bedeutung des Stadtgrüns für das Stadtklima sei diese Entscheidung unverständlich.

Bewusstseinswandel in der Bevölkerung und die Agrarwende

Dr. Dirk Behrendt, Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung des Landes Berlin, hob in seinem Grußwort hervor, dass der Klimawandel eine globale Herausforderung sei, die schnelles Handeln erfordere. Er stellte fest, dass der Handlungsdruck seitens der Bürger steige und ein Umdenken in breiten Kreisen der Bevölkerung stattfinde. Dieser Bewusstseinswandel werde Folgen für die Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr sowie die Land- und Ernährungswirtschaft haben.

Dr. Behrendt betonte, dass nicht nur die Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft, sondern auch die Auswirkungen der Landwirtschaft auf den Klimawandel betrachtet werden müssten. Er forderte eine Agrarwende, um den Klimawandel zu stoppen, und zeigte sich überzeugt, dass eine Umstellung für die Land- und Ernährungswirtschaft sich am Ende für Landwirte, Bevölkerung, Klima und Umwelt lohnen werde.

Land- und Forstwirtschaft als Partner im Klimaschutz

Walter Dübner, Ministerialrat im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), unterstrich die Rolle der Land- und Forstwirtschaft im Klimaschutz. Er wies darauf hin, dass diese Sektoren im Gegensatz zu anderen CO2 binden können, insbesondere in Böden und Wäldern, die als Treibhausgassenken fungieren.

Der Zehn-Punkte-Plan des BMEL für mehr Klimaschutz in der Land- und Ernährungswirtschaft konzentriere sich auf Maßnahmen zur Minderung von Emissionen und den effizienteren Einsatz von Ressourcen. Dübner nannte drei Bereiche mit hohem Einsparpotenzial: die Senkung der Stickstoffüberschüsse, die Erhaltung und Renaturierung von Moorböden sowie die Stärkung nachhaltiger Ernährungsweisen. Er betonte zudem die Bedeutung der Wälder für den Klimaschutz. Der wissenschaftliche Beirat für Waldpolitik habe errechnet, dass Wälder, nachhaltige Forstwirtschaft und Holznutzung im Jahr 2014 rund 127 Mio. t CO2 gebunden oder durch Substitutionseffekte reduziert hätten, was den Wald zum größten Trumpf im Klimaschutz mache.

24.10.2019

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