Grüne Stadtlandschaften als Schlüssel zum Klimaschutz
Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz in Paris haben mehrere Verbände & Organisationen der grünen Branche Bundestagsabgeordnete zu einer gemeinsamen Veranstaltung eingeladen. Ziel war es, die politischen Entscheidungsträger über die vielfältigen positiven und klimarelevanten Wirkungen grüner Stadtlandschaften zu informieren und konkrete Lösungsansätze für den urbanen Raum aufzuzeigen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Städte aktiv zum Klimaschutz beitragen und sich zugleich an die Folgen des Klimawandels anpassen können. Dabei wurde deutlich, dass Kommunen eine zentrale Rolle bei der Reduzierung von Treibhausemissionen und der Verbesserung des Stadtklimas einnehmen.
Kommunen in der Verantwortung
„Klimaschutz vor Ort stattfindet und insbesondere die Kommunen die Chance haben, Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausemissionen und zur Verbesserung der klimatischen Verhältnisse in der Stadt zu ergreifen.“
Mit diesen Worten eröffnete BGL-Präsident August Forster die Veranstaltung. Nach seiner Auffassung ist eine an den Klimawandel angepasste Gestaltung des urbanen Raums mit ausreichend Grün- und Wasserflächen heute wichtiger denn je. Grünflächen verbessern das Stadtklima spürbar und wirken sich zugleich positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung aus.
Darüber hinaus mindern sie die Belastung durch Feinstaub und beugen der Entstehung von Hitzeinseln vor. Forster betonte, dass die Stadtplanung auf diese Herausforderungen reagieren müsse.
„Die Stadtplanung muss auf den Klimawandel reagieren und den Fokus verstärkt auf die Sicherung, den Ausbau und die Vernetzung von Grünflächen, die Flächengestaltung und die Pflanzenwahl, die Verzahnung von Grünflächen und gebauter Infrastruktur sowie auf den Ausbau der Dach- und Fassadenbegrünung legen.“
Grüne Infrastruktur auf europäischer Ebene
Till Rehwaldt, Präsident des bdla, informierte die Abgeordneten über die aktuelle Diskussion zur Neu-Definition von Freiraumsystemen im Rahmen der EU-weiten „Strategie Grüne Infrastruktur“. Er machte deutlich, dass sich damit erstmals eine umfassende Perspektive auf grüne Infrastruktur eröffnet, die sich als eigenständiges System neben der grauen Infrastruktur etabliert.
Rehwaldt appellierte an die Parlamentarier, bei der Erarbeitung des Weißbuches „Grün in der Stadt“ sowie im Zuge der laufenden BauGB-Novelle die notwendigen Weichenstellungen noch in dieser Wahlperiode vorzunehmen.
Handlungsbedarf beim Stadtgrün
„Der jetzige Zustand des Stadtgrüns ist vielfach besorgniserregend und kann so die positiven Potentiale einer intensiven Stadtbegrünung nicht ausschöpfen.“
BdB-Präsident Helmut Selders lenkte den Blick auf den aktuellen Zustand vieler Grünanlagen. Massive finanzielle Engpässe in den vergangenen Jahren hätten dazu geführt, dass qualitativ hochwertige Grünflächen verloren gegangen seien oder sich in einem schlechten Pflegezustand befänden.
Besonders der Extremstandort Straße stelle hohe Anforderungen an Bäume und andere Gehölze. Gerade hier seien eine fachgerechte Pflanzung und eine intensive Pflege notwendig, wofür es jedoch häufig an ausreichend qualifiziertem gärtnerischem Fachpersonal fehle.
Ressourcen und politische Weichenstellungen
Angesichts des fortschreitenden Klimawandels seien erhebliche Anstrengungen erforderlich, um die grünen Freiräume in den Städten zukunftsfähig zu machen. Dies betreffe die Sortenauswahl, die Standortbedingungen und insbesondere die Pflege der Bäume.
„Dass das eine Ausweitung der personellen und finanziellen Ressourcen nach sich zieht, ist evident.“
Selders unterstrich zudem die Bedeutung der Bundeskompensationsverordnung und der damit verbundenen Ökokonten. Aus Sicht der beteiligten Verbände soll das Parlamentarische Frühstück den Auftakt für eine engere politische Zusammenarbeit bilden. Geplant sind weitere Veranstaltungen sowie ein regelmäßiger Austausch auf Präsidiums- und Geschäftsführerebene zum Thema Stadtgrün.

