Nachhaltige Nutzung von Stroh im Pilzanbau
Pilze sind in der Lage, aus organischen Substanzen wertvolle Lebensmittel zu erzeugen. Sie nutzen mikroskopisch kleine, fadenförmige Zellen, die Hyphen, um Nährstoffe aus sich zersetzendem organischem Material im Boden aufzunehmen. Das gesamte unterirdische Hyphengeflecht eines Pilzes, das Myzel, ist dabei wesentlich größer als die sichtbaren Fruchtkörper.
Die Fruchtkörper dienen primär der Vermehrung und dem Überdauern ungünstiger Bedingungen. Dieses Prinzip des Upcyclings wird im professionellen Champignonanbau genutzt.
Upcycling-Prinzip im Champignonanbau
Deutsche Champignon- und Kulturpilzanbauer verwenden Stroh, ein Nebenprodukt der Getreideernte, für die Pilzkultur. Zusammen mit weiteren Materialien wie Pferde- und Geflügeldünger wird das Stroh zu einem Substrat für die Champignonkultur aufbereitet.
Stroh und Pferdedünger liefern die notwendige Zellulose, Hühnerdünger den Stickstoff. Gips, ein Nebenprodukt chemischer Verfahren, reguliert den pH-Wert. Diese Mischung wird in einem Prozess erhitzt und sterilisiert, um ein nährstoffreiches Substrat für die Champignons zu schaffen.
Champost schließt den Kreislauf
Nach der Ernte der Champignons wird das genutzte Substrat, bekannt als Champost, an landwirtschaftliche Betriebe zurückgegeben. Dort dient es als Dünger für verschiedene Kulturen. Champost enthält Nährstoffe, Spurenelemente und organische Substanz.
Als natürlicher Bodenverbesserer fördert Champost das Pflanzenwachstum und die Humusbildung. Humus verbessert die Bodenstruktur, erhöht die Wasserspeicherkapazität und die Nährstoffspeicherung. Zudem schafft er Lebensräume für Bodenorganismen und speichert Kohlenstoff, was eine Rolle im Kohlenstoffkreislauf spielt.
Das gebrauchte Pilzsubstrat wird so zu einem Nährstofflieferanten für neue Lebensmittel, und das Stroh bildet die Grundlage für neues Substrat. Champignonproduzenten arbeiten oft mit regionalen Landwirten zusammen, um Transportwege zu minimieren.
Regional angebaute Champignons enthalten somit nicht nur wertvolle Inhaltsstoffe, sondern tragen auch zu positiven Effekten auf Pflanzen, Tiere und Menschen bei.
