Bedeutung für die Insektenwelt und den Fetthennen-Bläuling
Die Purpur-Fetthenne (Hylotelephium telephium) ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen, Käfer, Fliegen und Schmetterlinge. Ihre späte Blütezeit von Juli bis September füllt eine Lücke im Nahrungsangebot, da zu dieser Jahreszeit viele andere Pflanzen bereits verblüht sind. Die Blüten zeigen sich in Farbtönen von Grüngelb bis Lila und ziehen zahlreiche Insekten an.
Eine spezifische Beziehung besteht zwischen der Purpur-Fetthenne und dem Fetthennen-Bläuling. Diese Schmetterlingsart benötigt die Pflanze als Futterpflanze für ihre Raupen. Der Fetthennen-Bläuling ist in Deutschland selten und kommt nur noch in Bayern, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen vor.
Anpassung an Trockenheit
Die Purpur-Fetthenne ist bundesweit verbreitet und bevorzugt sonnige bis licht halbschattige Standorte, beispielsweise an Waldrändern oder in Feldrainen. Sie gedeiht gut unter trockenen Bedingungen. Ihre Fähigkeit, Wasser in den Blättern zu speichern, kennzeichnet sie als Sukkulente, ähnlich den Kakteen. Als Dickblattgewächs verfügt sie über eine spezielle Anpassungsstrategie an Trockenheit: Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen nimmt sie Kohlenstoffdioxid nachts auf, während ihre Spaltöffnungen tagsüber geschlossen bleiben, um Wasserverlust zu vermeiden. Das nachts gespeicherte CO2 wird dann tagsüber für die Photosynthese genutzt, wodurch die Pflanze nur wenig Wasser benötigt.
Einsatz in Gärten und auf Dächern
Die Purpur-Fetthenne eignet sich gut für die Gestaltung von Gärten und Balkonen. Auch für die Dachbegrünung findet sie Verwendung. Sie wächst in kompakten Horsten und erreicht auf nährstoffreichen Böden eine Höhe von bis zu 70 Zentimetern. Im Winter behält sie ihre Struktur und bietet so auch in der kalten Jahreszeit einen gewissen Zierwert. Aufgrund ihrer Eigenschaften wurden zahlreiche Sorten gezüchtet, die im Handel leichter erhältlich sind als die Wildform.
Die Vermehrung der Pflanze ist unkompliziert. Sie sät sich gut aus und lässt sich leicht durch Teilung oder Blattstecklinge vermehren.
