Herausforderungen für die heimische Gemüseproduktion
Die Bundesfachgruppe Gemüsebau (BfG) im Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) weist auf die zunehmend angespannte Lage in der Primärproduktion hin. Die Bedeutung der heimischen Produktion und eines hohen Selbstversorgungsgrades sei durch die Corona-Pandemie verdeutlicht worden.
Für die Produzenten werde es jedoch immer schwieriger, kostendeckend oder gewinnbringend zu produzieren. Dies erschwere unter anderem notwendige Investitionen in Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen. Die kommende Saison sei aufgrund steigender Energie- und Betriebsmittelpreise akut gefährdet.
Steigende Kosten und bürokratische Hürden
Die Düngemittelpreise für den Freilandanbau sowie die Energiepreise, selbst für Holz, steigen stark an. Für Unterglasbetriebe kommt die CO2-Bepreisung erschwerend hinzu. Das Antragsverfahren bei der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) zur Aufnahme des Gartenbaus in die Carbon-Leakage-Verordnung, die eigentlich zur Unterstützung der Betriebe dienen sollte, erweist sich als bürokratisch.
Hier stehe die Politik in der Pflicht, ein bürokratiearmes und praxistaugliches Verfahren zu ermöglichen, dass kleine und mittlere Unternehmen in die Lage versetzt, Entlastungen zu bekommen.
Zusätzlich sei die Versorgung mit ausreichend Beregnungswasser zunehmend gefährdet, da einzelne Wasserversorger den Gartenbau bereits als zweitrangig einstufen. Auch der Eingriff in die Lohnstruktur durch die Politik sorge für Verunsicherung.
Diese zahlreichen Unsicherheitsfaktoren erschweren eine präzise Preiskalkulation, insbesondere da die Preisverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel anstehen.
