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Grüne Vorgärten statt Schotterwüsten: Eine Initiative des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) startet eine Initiative gegen Schottergärten. Ziel ist es, Gartenbesitzer für lebendige Vorgärten zu begeistern und die Funktionen grüner Flächen hervorzuheben. Eine Facebook-Seite und ein Garten-Gipfel unterstützen die Kampagne.

Warum Schottergärten ein Problem sind

Vorgärten prägen das Erscheinungsbild von Wohn- und Geschäftsgebäuden. Zunehmend sind jedoch Gestaltungen zu beobachten, die ganzjährig ein gleichförmiges Bild bieten. Anstelle vielfältiger Vegetation dominieren dabei Kies- oder Schotterflächen, oft ergänzt durch einzelne Findlinge oder vereinzelt gepflanzte Gräser und Koniferen, die in der steinigen Umgebung isoliert wirken.

Besonders in Neubaugebieten nimmt die Verbreitung solcher steinernen Vorgärten zu. Eine WDR-Dokumentation aus dem Herbst 2016 verdeutlichte bereits den Zusammenhang zwischen der Gestaltung von Vorgärten und der Lebensqualität in Wohngebieten.

Überzeugungsarbeit für lebendige Vorgärten

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL) startete im Januar 2017 die Initiative „Rettet den Vorgarten“. Ziel ist es, die Beweggründe für die Anlage von Kiesgärten zu verstehen und Argumente für eine pflanzenreiche Gestaltung zu sammeln. Der Verband möchte Gartenbesitzern fundierte Argumente für lebendige Gärten an die Hand geben.

Kiesgärten sind weit verbreitet und doch gab es dazu bislang keine systematische Informationspolitik, geschweige denn daraus eine mit zuverlässigen Daten abgeleitete Strategie für den grünen Vorgarten. Wir haben deshalb aktuell eine repräsentative Marktforschung bei der GfK beauftragt und sind gespannt auf die Ergebnisse, die wir voraussichtlich im März 2017 auf dem Tisch haben werden.

Dies erklärte BGL-Präsident August Forster. Ein weiteres Anliegen des BGL ist es, die Fachbetriebe des Garten- und Landschaftsbaus zu befähigen, Kundenwünschen nach Kies- und Schottergärten mit überzeugenden Argumenten entgegenzutreten.

Funktionen des Vorgartens im Wandel

Der Vorgarten dient als erste Visitenkarte eines Hauses und vermittelt einen Eindruck von seinen Bewohnern. Er kann einladend und abwechslungsreich gestaltet sein. Angesichts des Klimawandels erfüllt der Vorgarten jedoch weitere wichtige Funktionen: Er ist Teil des öffentlichen Grüns, bietet Raum für Naturerfahrungen und dient als Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Technisch gesehen fungiert er als Versickerungsfläche für Regenwasser. An heißen Tagen trägt die Verdunstung auf begrünten Flächen maßgeblich zum Wohlbefinden im direkten Wohnumfeld bei.

Ich möchte die Gartenbesitzer ermuntern, mit ihren Vorgärten so viel wie möglich lebendiges Grün in die Städte zu bringen und so einen Beitrag zum eigenen Wohlgefühl und zum guten Klima zu leisten.

So August Forster.

Vernetzte Kommunikation und fachlicher Austausch

Zur Unterstützung der Initiative wurde im Januar 2017 die Facebook-Seite „Rettet den Vorgarten“ ins Leben gerufen, die schnell eine große Resonanz fand. Landschaftsgärtner, Landschaftsarchitekten, Produktionsgärtner und Gartenbesitzer tauschen sich dort über gelungene und weniger gelungene Vorgartenbeispiele sowie allgemeine Aspekte des Vorgartens aus.

Wir freuen uns, dass die Seite so schnell Resonanz zeigt und hoffen, dass noch mehr Menschen sich damit verbinden. Die Kampagne ist außerdem offen für weitere Partner, die sich mit der Idee identifizieren und die mit uns daran arbeiten wollen, dem privaten Garten und vor allem der Bepflanzung im Garten einen größeren Stellenwert zu geben.

Dies betonte BGL-Hauptgeschäftsführer Dr. Robert Kloos. Auch der siebte Garten-Gipfel des BGL wird sich dem Thema Vorgarten widmen. Eine Philosophin und ein Raumpsychologe werden ihre professionellen Perspektiven einbringen. August Forster erwartet sich davon viele Anregungen und eine spannende Diskussion. Die Kampagne zielt darauf ab, dass Gartenbesitzer den Wert der Fläche vor dem Haus für sich selbst, die Nachbarschaft, das Straßenbild und das direkte Lebensumfeld wieder erkennen und mit lebendigen Pflanzen gestalten.

06.02.2017

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