Herausforderung der Rotfäule-Bewertung und neue Lösungsansätze
Bisher erfolgte die Begutachtung von mit Rotfäule befallenem Holz primär visuell, was eine subjektive Zuordnung zu Güteklassen zur Folge hatte. Diese Methode birgt Fehlerquellen, die den Holzpreis negativ beeinflussen und im Verarbeitungsprozess zusätzliche Kosten verursachen können, wenn die tatsächliche Holzqualität von der Bewertung abweicht.
Nicht unbedingt das Erkennen der Rotfäule stellt das Problem dar, sondern das objektive Bewerten der Qualität des befallenen Holzes.
Dies erläutert Koordinator Sergej Chmara von ThüringenForst als Ausgangspunkt für ein Forschungsvorhaben.
Neuer Ansatz durch Forschungsprojekt „Lignoscan“
Im Rahmen des Forschungsprojekts „Gütemessung von Nadel-Stammholz – Lignoscan“ entwickelten Experten von ThüringenForst, der Gesellschaft zur Förderung von Medizin, Bio- und Umwelttechnologien und der Speck Sensorsysteme GmbH einen Prototyp. Dieser Prototyp, der erfolgreich in einem Sägewerk getestet wurde, ermöglicht die Erkennung und Bewertung von Rotfäule mittels optoelektronischer Sensoren.
Das Messgerät kann Rotfäule auf dem Querschnitt des Stammholzes identifizieren, deren Lage bestimmen und eine objektive Einteilung in verschiedene Fäulegrade vornehmen: gesund, beil- und nagelfest sowie weichfaul. Dadurch wird eine objektive Gütemessung gewährleistet.
Über eine geeignete Schnittstelle ließe sich der Sensor in bestehende Prozesse der Holzsortierung einbinden. Er könnte durch die Standardisierung der Gütemessung dazu beitragen, Geschäftsprozesse im Holzverkauf transparenter zu gestalten, die Holzverarbeitung zu optimieren und somit die Wertschöpfung aus rotfaulem Holz zu steigern.
So Chmara weiter.
Ursachen und Auswirkungen der Rotfäule
Neben Wundfäulen und Hallimasch ist der Wurzelschwamm der primäre Erreger der Rotfäule. Dieser Pilz besiedelt frische Baumstümpfe und dringt von dort über Wurzelverwachsungen in gesunde Bäume ein, mit einer Geschwindigkeit von etwa 50 cm pro Jahr. Der Wurzelschwamm verursacht eine intensive Kernfäule, die oft mehrere Meter eines Stammes entwertet.
Das abgeschlossene Verbundvorhaben „Gütemessung von Nadel-Stammholz – Lignoscan“ wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.
