Lebensraum und Spezialisierung der Ochsenzungen-Seidenbiene
Wildbienen benötigen für ihr Überleben geeignete Nistplätze und ein ausreichendes Angebot an Blütenpflanzen. Viele Arten sind auf eine spezifische Trachtpflanze spezialisiert. Die Ochsenzungen-Seidenbiene sammelt ausschließlich Nektar und Pollen der Gemeinen Ochsenzunge, einer Wildpflanze, die im östlichen Mitteleuropa vorkommt. Zusätzlich benötigt diese Seidenbiene vegetationsarme Sandböden, um dort ihre Nisträume anzulegen. Mehr als die Hälfte der heimischen Wildbienenarten gelten als stark gefährdet, da sie keine geeigneten Lebensräume mehr finden.
Ein wesentlicher Faktor für den Rückgang der Artenvielfalt ist die zunehmende Intensivierung der Landwirtschaft, die zu einer Verringerung des Blütenangebots in der Landschaft führt.
Wir stellen uns diesem Trend entgegen, indem wir rund 4.500 Hektar blütenreiche Wiesen und Weiden in Deutschland erhalten.
So Christian Unselt, Vorsitzender der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. Die NABU-Stiftung bewahrt an den Oderhängen bei Lebus wertvolle Trockenrasen, die sich durch eine hohe Artenvielfalt auszeichnen. Im Frühjahr blühen hier unter anderem die seltenen Frühlings-Adonisröschen.
Beweidung sichert Lebensräume
In der Vergangenheit drohte eine Verbuschung der Flächen durch mangelnde Pflege. Seit 2014 setzt die NABU-Stiftung auf traditionelle Beweidung der Adonishänge. Eine lokale Schäferin hält die steilen Hänge mit Schafen, Ziegen und Eseln offen. Diese Maßnahme trägt zum Erhalt eines reichhaltigen Blütenangebots bei, wovon die Ochsenzungen-Seidenbiene und andere Wildbienenarten profitieren. Das Überleben dieser Bestäuber ist für viele Wildpflanzen der Region von Bedeutung. Eine vielfältige Landschaft wird als Gewinn für Mensch und Natur betrachtet.
Hintergrund der NABU-Stiftung
Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe erwirbt seit 2002 Naturschutzflächen in Deutschland, um diese als Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu sichern. Bislang hat die Stiftung über 16.800 Hektar in mehr als 270 Gebieten unter Schutz gestellt. Weitere Informationen sind im Jahresbericht 2015 der NABU-Stiftung verfügbar.
