Die Hamburger Landschaftsarchitektin Friederike von Ehren beobachtet insbesondere in Städten eine wachsende Nachfrage nach professionell gestalteten Gärten. „Ein häufig geäußerter Wunsch ist der nach einem fertigen Garten – die Hecke soll gleich im ersten Jahr dicht sein, der Hausbaum wird als großes Exemplar gepflanzt, Bodendeckerflächen sollen von Anfang an geschlossen sein und Obstbäume möglichst schon im ersten Jahr Früchte tragen“, beschreibt sie die Erwartungen vieler Gartenbesitzer.
Für viele Menschen ist der Garten heute auch eine soziale Bühne. Man lädt zum Gartenfest ein, kocht nicht mehr nur am Grill, sondern in aufwendig gestalteten Outdoor-Küchen, wandelt gemeinsam durch den Garten und erfreut sich an Farben, Formen, Blütendüften und Wasserspielen. Entsprechend aufwendig sind moderne Gärten gestaltet – häufig ebenso detailreich wie die Innenarchitektur eines Hauses. Gartensaunen mit Außendusche, besondere Lichtinstallationen oder Kunstobjekte gehören inzwischen vielfach zum Standard.
Thomas Heumann, Landschaftsgärtner mit eigenem Planungsbüro, erklärt diese Entwicklung mit der heute enormen Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten: „Je nach Wunsch verarbeiten wir Bodenbeläge aus Holz, Natur- oder Betonstein sowie unterschiedliche Kunststoffe. Farben und Formen lassen sich vielfältig kombinieren und harmonisch in die Bepflanzung integrieren.“
Hilfreiche Technik für smarte Gärten
Die fortschreitende Digitalisierung hat längst auch den Garten erreicht. Mähroboter übernehmen autonom den Rasenschnitt, automatische Bewässerungssysteme versorgen Pflanzen bedarfsgerecht und sparen dabei Wasser. Heribert Wettels, Sprecher von Husqvarna Deutschland, erläutert: „Die Menschen haben heute mehr Freizeit, aber auch mehr Möglichkeiten, diese zu nutzen. Viele regelmäßig wiederkehrende Gartenarbeiten werden daher automatisiert. Die Technik ersetzt jedoch nicht das gärtnerische Fachwissen – professionelle Begleitung ist etwa bei Installation, Überwachung und Pflege weiterhin unerlässlich.“
Begriffe wie „Smart Gardening“ oder „Traumgarten 4.0“ sprechen längst nicht mehr nur technikaffine Zielgruppen an. August Forster, Präsident des Bundesverbandes Garten- und Landschaftsbau (BGL) e.V., unterscheidet dabei zwei Typen von Gartenbesitzern: „Es gibt nach wie vor diejenigen, für die Gartenarbeit eine bewusste und entspannende Tätigkeit ist. Viele möchten den Garten heute jedoch in erster Linie zur Erholung nutzen und legen großen Wert auf technische Ausstattung und verlässliche Serviceangebote.“
Zahlreiche Betriebe haben deshalb digitale Lösungen entwickelt, die eine 24/7-Überwachung von Kundengärten ermöglichen. Server werten Sensordaten aus, und bei Abweichungen kann schnell reagiert werden. Diese technischen Helfer werden auch von älteren Gartenbesitzern gerne genutzt, um ihre Flächen mit weniger körperlichem Aufwand gepflegt zu halten. Ein zusätzlicher Vorteil: Die modernen Geräte arbeiten akkubetrieben, leise und emissionsfrei.
Pflanzen bleiben das Herzstück des Gartens
Friederike von Ehren fasst zusammen: „Smart Gardening ist die logische Weiterentwicklung zeitgemäßer Hilfsmittel. Es verändert weder die Gartenkultur noch schränkt es die Gestaltungsmöglichkeiten ein.“ Auch August Forster betont: „Technik ist dort sinnvoll, wo sie Arbeit erleichtert. Doch das wesentliche Element, das Gärten zu Gärten macht, sind und bleiben die Pflanzen.“
Die Auswahl standortgerechter Gehölze, Stauden und Gräser, die den Wünschen der Gartenbesitzer entsprechen und sich nachhaltig entwickeln, sei die zentrale Aufgabe der Branche. „Umso besser“, so Forster, „wenn technische Hilfsmittel dazu beitragen, dass sich der Garten optimal entwickelt und seine Besitzer lange Freude daran haben.“

