Bodenpflege

Mykorrhiza-Pilze: Kommunikation im Untergrund

Mykorrhiza-Pilze bilden eine Symbiose mit Pflanzenwurzeln, die beiden Partnern zugutekommt. Über ein ausgedehntes unterirdisches Netzwerk werden Nährstoffe und Informationen ausgetauscht, was die Pflanzen widerstandsfähiger macht und den Boden stabilisiert.

Symbiotische Verbindungen im Pflanzenreich

Mykorrhiza-Pilze bilden mit Pflanzenwurzeln eine Symbiose, die beiden Partnern zugutekommt. Über ein ausgedehntes unterirdisches Netzwerk werden Nährstoffe und Informationen ausgetauscht.

Pflanzenwurzeln können Wasser und Nährstoffe wie Stickstoff oder Phosphor nicht immer optimal erreichen. Mykorrhiza-Pilze unterstützen hierbei: Ihre feinen Hyphen dringen in tiefere Bodenschichten vor, nehmen Wasser und Nährstoffe auf und leiten diese an die Pflanzenwurzeln weiter. Im Gegenzug erhalten die Pilze von den Pflanzen Kohlenhydrate in Form von Zucker für ihren Stoffwechsel. Diese Symbiose besteht Wissenschaftlern zufolge bereits seit etwa 460 Millionen Jahren.

Formen der Verbindung

Der Begriff „Mykorrhiza“ leitet sich aus dem Griechischen ab, von „mykes“ (Pilz) und „rhiza“ (Wurzel). Mykorrhiza-Pilze gehen unterschiedliche Verbindungen mit Pflanzenwurzeln ein. Bei Kiefern finden sich häufig Ektomykorrhiza-Pilze, bei denen sich die Hyphen wie ein dichter Mantel um die Wurzelenden legen.

Im Gegensatz dazu dringen die Hyphen der Endomykorrhiza-Pilze in die Wurzelzellen ein und bilden dort Saugorgane für den Stoffaustausch. Dies ist bei vielen krautigen Pflanzen und Laubbäumen der Fall. Eine spezielle Form ist die Arbuskuläre Mykorrhiza, bei der sich die Hyphen in der Wurzelzelle baumartig verzweigen.

Das „Wood Wide Web“ und seine Vorteile

Im Wald bildet ein Netzwerk aus Wurzeln und Pilzfäden, bekannt als „Wood Wide Web“, den Untergrund. Hier existieren verschiedene Mykorrhiza-„Gesellschaften“ mit unterschiedlichen Pilzarten. Einige bleiben im Boden verborgen, während andere mit ihren Fruchtkörpern sichtbar werden, darunter Speisepilze wie Trüffel, Pfifferlinge oder Steinpilze.

Viele Mykorrhiza-Pilze leben nebeneinander und tauschen sich aus. Auch Bäume im Wald sind über dieses Netzwerk verbunden und tauschen Nährstoffe und Informationen aus. Es wurde nachgewiesen, dass Mutterbäume ihren Nachwuchs über Mykorrhiza mit Nährstoffen versorgen. Forscher vermuten, dass rund 90 Prozent aller Landpflanzen eine Symbiose mit Mykorrhiza-Pilzen eingehen können.

Die Symbiose zwischen Pflanze und Pilz fördert nicht nur den Stoffaustausch, sondern erhöht auch die Stresstoleranz der Pflanzen gegenüber Frost, Trockenheit, Schädlingen und Krankheiten. Zudem sind sie besser vor Schadstoffen geschützt. Das Myzel, das gesamte Pilzgeflecht, stabilisiert den Boden, indem es organische und anorganische Partikel zusammenhält, was die Erosion mindert. Die Pilze verbessern zudem die Speicherkapazität des Bodens für Wasser und Nährstoffe.

Im Gartenbau und in der Landwirtschaft gewinnen Mykorrhiza-Pilze zunehmend an Bedeutung, da sie das Pflanzenwachstum und die Stresstoleranz verbessern und zur Einsparung von mineralischem Dünger beitragen können.

Champignons gehören zu den Ständerpilzen, einer Gruppe, zu der auch viele Ektomykorrhiza-Pilze zählen, obwohl Champignons selbst keine Mykorrhiza-Pilze sind.

11.11.2024

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