Branchenverbände

Rekordumsatz und Nachwuchsförderung prägen das Jahr des baden-württembergischen Garten- und Landschaftsbaus

Der baden-württembergische Garten- und Landschaftsbau verzeichnete 2014 ein Rekordjahr mit einem Umsatzplus von 10 Prozent. Private Gartenbesitzer sind weiterhin die wichtigsten Auftraggeber. Die Branche engagiert sich stark in der Nachwuchsförderung und feiert Erfolge bei Berufswettkämpfen.

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2014 für den Garten- und Landschaftsbau

Der baden-württembergische Verband für den Garten- und Landschaftsbau verzeichnete 2014 ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Begünstigt durch günstige Witterungsbedingungen, eine hohe Nachfrage nach grünen Dienstleistungen, insbesondere von privaten Gartenbesitzern, und eine gute Auslastung der Fachbetriebe, stieg der Gesamtumsatz der Branche um 120 Millionen Euro auf rund 1,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Umsatzplus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Thomas Heumann, Vorstandsvorsitzender des Verbandes, gab diese Zahlen auf der Mitgliederversammlung in Leinfelden-Echterdingen bekannt.

Privatkunden als wichtigste Auftraggeber

Private Gartenbesitzer bleiben mit einem Umsatzanteil von 57 Prozent (Vorjahr: 56 Prozent) das wirtschaftliche Rückgrat der Branche. Der Anteil öffentlicher Aufträge lag 2014 bei 17 Prozent und blieb damit konstant. Die gewerbliche Wirtschaft und der Wohnungsbau trugen mit 12 beziehungsweise 11 Prozent zum Gesamtumsatz bei, wobei die Nachfrage in diesen Segmenten stabil blieb.

Heumann begrüßte die Entscheidung der Landesregierung, von einer Änderung des Gemeindewirtschaftsrechts zugunsten kommunaler Regiebetriebe abzusehen. Eine solche Änderung hätte nach seiner Einschätzung zu Wettbewerbsverzerrungen geführt.

Rechtliche Klarstellungen und bürokratische Hürden

Eine Entscheidung des Karlsruher Oberlandesgerichts im März 2014 schuf mehr Rechtssicherheit für die Branche. Das Urteil bestätigte, dass der Garten- und Landschaftsbau im Rahmen landschaftsgärtnerisch geprägter Projekte auch bauliche Tätigkeiten ausführen darf.

Kritisch äußerte sich Heumann zu den Auswirkungen aktueller gesetzlicher Regelungen. Die tariflich vereinbarte Lohnuntergrenze von 9,20 Euro pro Stunde in der Branche liegt über dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Die damit verbundenen Dokumentationspflichten wurden als überflüssige bürokratische Belastung kritisiert, die grüne Dienstleistungen verteuern und die Nachfrage nach Schwarzarbeit fördern könnten. Ähnlich kontraproduktiv seien die neue Fahrtenschreiberregelung, das neu eingeführte Verbraucherrecht und das Bildungszeitgesetz.

Verbandsentwicklung und Nachwuchsförderung

Der baden-württembergische Landesverband zählt mittlerweile 694 Mitglieder. Die Zahl der gewerblichen Arbeitnehmer in der Branche stieg 2014 auf 12.310, verglichen mit 10.200 im Jahr 2010.

Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses ist ein zentrales Anliegen. 455 Unternehmen, etwa 70 Prozent der Verbandsmitglieder, sind Ausbildungsbetriebe. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse erhöhte sich 2014 auf 1.269.

Landesgartenschau als Plattform

Die Landesgartenschau 2014 in Schwäbisch Gmünd, die über zwei Millionen Besucher zählte, bot eine wichtige Plattform für die Branche. Neun regionale Betriebe präsentierten sich mit Themengärten und verschiedenen Aktionen. Das Engagement der Firmen und des Verbandes fand ein positives Medienecho. Besonders hervorgehoben wurden die Live-Sendungen der SWR-Grünzeug-Fernsehredaktion aus den Themengärten. Der Verbandsvorstand ehrte die beteiligten Betriebe für ihr Engagement. Die Öffentlichkeitsarbeit für landschaftsgärtnerische Dienstleistungen und die Nachwuchswerbung sollen auch in den kommenden Jahren Schwerpunkte der Verbandsarbeit bleiben, unter anderem auf der Gartenschau Mühlacker 2015, der Landesgartenschau Öhringen 2016, der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 und der Bundesgartenschau Mannheim 2023.

Erneuter deutscher Meistertitel im Berufswettkampf

Beim nationalen „Landschaftsgärtner-Cup“ im September 2014 errangen Tamara Kaufmann und Rouven Förschner vom Ausbildungsbetrieb Wagner GÄRTEN aus Neresheim-Schweindorf den deutschen Meistertitel. Dies war der zehnte Titel für Baden-Württemberg. Die Qualifikation erfolgte auf der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd. Die beiden Nachwuchskräfte haben sich damit für die Berufs-Weltmeisterschaften „World Skills“ im August 2015 in São Paulo qualifiziert.

Berufswettbewerbe finden in Baden-Württemberg traditionell auf Gartenschauen statt und dienen der Nachwuchswerbung. 2014 lud der Landesverband erstmals zu einem „Azubi-Day“ mit rund 500 Auszubildenden und Ausbildern nach Leinfelden-Echterdingen ein, um die Perspektiven und Fortbildungsmöglichkeiten im Beruf aufzuzeigen. Ergänzend dazu gab es vier regionale Ausbildungs-Fachtagungen zu Nachwuchsgewinnung und Ausbildung.

40 Jahre Verband für den Garten- und Landschaftsbau Baden-Württemberg

Der Verband für den Garten- und Landschaftsbau Baden-Württemberg feierte sein 40-jähriges Bestehen. 1975 schlossen sich die badischen und württembergischen Landschaftsgärtner zu einem gemeinsamen Landesverband zusammen. Die Verbandsarbeit basiert auf ehrenamtlichem Engagement der Mitglieder und der Unterstützung durch die Geschäftsstelle im „Haus der Landschaftsgärtner“ in Leinfelden-Echterdingen. Thomas Heumann würdigte die Verbandsarbeit der vergangenen vier Jahrzehnte und das Engagement seiner Vorgänger.

Als wegweisende Entscheidungen in dieser Zeit nannte er die Gründung des bundesweiten Ausbildungsförderwerks AuGaLa (1978), der Förderungsgesellschaft für die Baden-Württembergischen Landesgartenschauen (1987), den Bau des verbandseigenen Hauses der Landschaftsgärtner (1995), die tarifliche Einführung einer bundesweit geltenden Jahresarbeitszeit (2007) und den Bau eines eigenen überbetrieblichen Ausbildungszentrums in Heidelberg (2007).

09.03.2015

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