Stauden als vielseitige Unterpflanzung
Gehölze prägen die Struktur eines Gartens. Eine zusätzliche Gestaltungsebene entsteht, wenn bodendeckende Stauden den Bereich unterhalb des Blätterdachs beleben. Obwohl Standorte unter Bäumen oft als schwierig gelten, gedeihen dort zahlreiche Stauden, Gräser und Farne.
Andre Stade von den „Staudenkulturen Stade“ in Borken, dessen Gärtnerei rund 2.800 verschiedene Arten und Sorten kultiviert, bestätigt dies. Viele dieser Pflanzen eignen sich für die Unterpflanzung von Bäumen und bilden dichte Teppiche, die Unkrautwuchs unterdrücken.
Die Elfenblumen (Epimedium) sind wunderbare Laubschlucker. Wenn sie unter einem Baum wachsen, der im Herbst sein Laub verliert, verschwindet es unter dem Blätterteppich dieser je nach Art wintergrünen Staude und wird wieder zu Humus.
Neben dem praktischen Nutzen tragen Bodendecker auch zur Ästhetik bei und fördern die Artenvielfalt. Blühende Bodendecker ziehen Wildbienen und andere Insekten an, was den Garten belebt.
Standortbedingungen und Pflanzenauswahl
Die Bedingungen unter Bäumen variieren. Der lichte Schatten von Laubbäumen im Frühjahr bietet beispielsweise ideale Voraussetzungen für den Waldmeister (Galium odoratum). Dieser gedeiht gut, wenn der Boden frisch und humusreich ist, ähnlich dem Waldboden.
Der Waldmeister lässt sich gut mit spät austreibenden Blattschmuckstauden wie Funkien (Hosta) kombinieren. Funkien sind Klassiker für Schatten und Halbschatten und zeigen im Sommer attraktive Blüten. Halbschattige Bereiche, die zeitweise Sonne erhalten, eignen sich für die Steinsame (Buglossoides purpurocaerulea), die ab April leuchtend blaue Blüten bildet.
Einmal eingewachsen, ist sie wirklich hart im Nehmen und verträgt auch Trockenheit.
Diese Eigenschaft ist wichtig für Bodendecker, die im Wurzelbereich von Gehölzen mit begrenzter Feuchtigkeit und Nährstoffen auskommen müssen. Besonders anspruchsvoll sind Standorte unter Flachwurzlern wie Birken, wo der Wurzelraum dicht und trocken ist.
Pflanzung und Pflege
Für eine erfolgreiche Etablierung benötigen genügsame Stauden gute Startbedingungen. Dies beinhaltet das vorsichtige, manuelle Entfernen von Unkraut, um Baumwurzeln nicht zu beschädigen. Bei stark durchwurzelten Baumscheiben sollten Stauden mit etwas Abstand zum Stamm gepflanzt werden, da dort mehr Feuchtigkeit und Nährstoffe verfügbar sind.
Eine Zugabe von Humus oder Pflanzerde fördert das Anwachsen. Der Kaukasische Beinwell (Symphytum grandiflorum) ist eine empfehlenswerte Pflanze für halbschattige Standorte.
Das ist einer meiner Favoriten, weil er sehr schön blüht und die Flächen schnell zuwächst. Da hat Unkraut keine Chance. Ich muss nur von Anfang an genug davon pflanzen. Zehn Exemplare pro Quadratmeter dürfen es schon sein.
Eine höhere Stückzahl pro Quadratmeter beschleunigt die Flächenbedeckung und reduziert den Jät-Aufwand. Der Herbst ist die ideale Pflanzzeit für die meisten Stauden, da die Bäume dann in die Ruhephase übergehen und weniger Wasser aus dem Boden ziehen. Dies ermöglicht den Stauden, sich besser zu etablieren.
Gestaltung mit höheren Akzenten
Nicht alle Bodendecker bilden ausschließlich kompakte Teppiche. Einige Arten setzen höhere Akzente. Der Straußenfarn (Matteuccia struthiopteris) erreicht mit seinen filigranen Trieben eine Höhe von bis zu 120 cm und eignet sich für größere Flächen.
Der Salomonssiegel (Polygonatum bifolium) ist eine weitere Blütenstaude, die mit ihren schwebenden weißen Glöckchen bis zu einem Meter hoch wachsen kann und gut unter Bäumen gedeiht. Die Wuchsform höherer Pflanzen kommt besonders gut zur Geltung, wenn sie in kleinen Gruppen zwischen teppichbildenden Bodendeckern platziert werden.
