BMEL-Unterstützung zur Torfreduktion: Ein wichtiger Schritt für den Gartenbau

Pflanzen und PflanzenteileDünger und SubstrateNaturschutz

Das BMEL unterstützt deutsche Gartenbaubetriebe bei der Torfminderung durch Fachinformationsstellen. Diese Maßnahme soll den Übergang zu torffreien Substraten erleichtern und den Klimaschutz fördern. Die Branche nimmt die Initiative positiv auf.

Fachinformationsstellen als Schlüssel zum Erfolg

Die Umstellung auf Torfersatzstoffe stellt für viele Gartenbaubetriebe eine Herausforderung dar. Ein effektiver Wissenstransfer ist daher notwendig, um die Branche bei diesem Prozess zu begleiten. Die geplanten Fachinformationsstellen sollen hier ansetzen und den Betrieben die notwendigen Informationen und Hilfestellungen bieten.

„Die Unterstützung des BMEL durch Fachinformationsstellen ist ein begrüßenswerter und immens wichtiger Schritt, um die Branche zu unterstützen und den Torfausstieg entschlossen anzugehen. Die verstärkte Nutzung von Torfersatzstoffen stellt für viele Gartenbaubetriebe eine große Umstellung dar. Der Bedarf an einem effektiven Wissenstransfer ist daher groß.“

Dies betont Dominique Rotondi, Geschäftsführer im Bereich Einkauf und Logistik bei toom. Er hebt hervor, dass der Torfausstieg für sein Unternehmen seit Jahren ein zentrales Anliegen ist. Seit 2016 arbeitet toom an der Umstellung aller Blumenerden auf torffreie Alternativen und strebt an, bis 2025 in diesem Segment, sowohl bei Eigenmarken als auch bei Markenprodukten, vollständig torffrei zu sein.

Fortschritte und Herausforderungen im Torfausstieg

Auch in der Pflanzenanzucht werden Anstrengungen zur Torfreduktion unternommen. Aktuell sind rund 182 Pflanzen im Sortiment von toom erhältlich, die in torffreiem oder mindestens zu 50 Prozent torfreduziertem Substrat kultiviert werden. Die Notwendigkeit der Torfreduktion ergibt sich aus der Gewinnung von Torf aus trockengelegten Mooren.

Moore sind für den Klimaschutz von großer Bedeutung, da sie als effektive Kohlenstoffspeicher dienen und doppelt so viel Kohlenstoff binden wie alle Wälder der Erde zusammen. Zudem bieten intakte Moore einen Lebensraum für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Derzeit bestehen durchschnittliche Blumenerden noch zu fast 50 Prozent aus Torf, während Profisubstrate im Gartenbau sogar zu nahezu 80 Prozent Torf enthalten.

Der Gartenbaubranche kommt daher eine besondere Rolle zu, den Einsatz von Torf zu reduzieren. Die Umstellung wirft jedoch Fragen bezüglich geeigneter Substratrezepturen für verschiedene Pflanzenkulturen und die Verfügbarkeit von Torfersatzstoffen auf. Insbesondere für den Erwerbsgartenbau ist die Wahl des richtigen Substrats von hoher ökonomischer Relevanz, da die Umstellung die Pflanzenproduktion nicht negativ beeinflussen sollte. Die Einrichtung von Informationsstellen ist daher essenziell, um Gartenbaubetriebe adäquat zu informieren und den Klimaschutz gemeinsam voranzutreiben.

Weitere News dieser Kategorie