Pflanzen und Pflanzenteile

Zierpflanzenmarkt 2018: Leichtes Wachstum trotz Wetterkapriolen

Trotz der Herausforderungen durch Hitze und Trockenheit verzeichnete der deutsche Blumen- und Zierpflanzenmarkt 2018 ein leichtes Wachstum. Das Marktvolumen erreichte 8,7 Milliarden Euro, getragen von Topf- und Gartenpflanzen. Nur Schnittblumen zeigten einen Rückgang.

Marktentwicklung und Pro-Kopf-Ausgaben im Detail

Das Jahr 2018 war am Blumen- und Zierpflanzenmarkt maßgeblich durch den Witterungsverlauf geprägt. Insbesondere die anhaltende Hitze und Trockenheit im Sommer beeinflusste das Kaufverhalten. Die Bewässerung stellte sowohl private Gartenbesitzer als auch Produktionsgärtner vor Herausforderungen. Dennoch verzeichnete der Markt ein leichtes Wachstum, wie aktuelle Zahlen des Zentralverbandes Gartenbau e. V. (ZVG), berechnet durch die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), zeigen.

Basierend auf den ersten drei Quartalen wird ein Umsatzplus von rund 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet, was einem Marktvolumen von 8,7 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen entspricht. Dieses Ergebnis liegt voraussichtlich knapp unter dem Wert von 2016, markiert aber das zweitbeste Jahr seit 2010. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Blumen und Zierpflanzen stiegen im Vergleich zum Vorjahr auf knapp 105 Euro.

Die Ausgaben für Beet- und Balkonpflanzen erhöhten sich auf rund 22 Euro, gefolgt von Gehölzen, die stabil bei gut 17 Euro lagen. Für blühende Zimmerpflanzen wurden 13 Euro und für grüne Zimmerpflanzen gut 5 Euro pro Einwohner ausgegeben. Stauden verzeichneten erneut Zuwächse und überschritten erstmals die 6-Euro-Marke. Auf Blumenzwiebeln und Kräuter entfielen jeweils rund 3 Euro der Pro-Kopf-Ausgaben.

Schnittblumen als einziges Segment mit Rückgang

Ausschließlich das Segment der Schnittblumen verzeichnete sowohl beim Marktvolumen als auch bei den Pro-Kopf-Ausgaben einen Rückgang. Mit rund 35 Euro pro Kopf bleiben Schnittblumen jedoch weiterhin das bedeutendste Einzelsegment am Markt. Das erwartete Gesamtmarktwachstum von 0,5 Prozent wurde somit maßgeblich durch die Topf- und Gartenpflanzensegmente getragen, die das Minus bei Schnittblumen kompensierten.

Das Marktvolumen für Schnittblumen wird mit einem Minus von 1,5 Prozent knapp unter 3 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen liegen. Der Schnittblumenmarkt litt 2018 besonders unter der extremen Witterung. In der heißen Phase führte das gleichzeitige Aufblühen heimischer Produktion und Importe zu einem kurzfristigen Überangebot.

Wachstumstreiber bei Topf- und Gartenpflanzen

Bei den Topfpflanzen konnten insbesondere kleinere Segmente punkten. Stauden führten mit einem Wachstum von 7,5 Prozent die Entwicklung aller Marktsegmente an und erreichten ein Volumen von gut 0,5 Milliarden Euro. Blumenzwiebeln wuchsen um 5,7 Prozent auf knapp 0,3 Milliarden Euro. Auch grüne Zimmerpflanzen entwickelten sich mit einem Plus von 3,7 Prozent stark, wodurch ihr Marktvolumen auf gut 0,4 Milliarden Euro anstieg.

Kräuter verzeichneten ein moderates Wachstum von 1 Prozent, während Beet- und Balkonpflanzen mit einem Plus von 0,8 Prozent besser abschnitten als in den Hitzemonaten befürchtet. Kräuter erreichten ein Volumen von gut 0,2 Milliarden Euro, Beet- und Balkonpflanzen rund 1,8 Milliarden Euro. Blühende Zimmerpflanzen blieben mit einer Steigerungsrate von 0,4 Prozent hinter dem durchschnittlichen Gesamtmarktwachstum zurück und erreichten ein Volumen von knapp 1,1 Milliarden Euro. Gehölze konnten ihr Ergebnis mit gut 1,4 Milliarden Euro stabil halten.

Für 2019 werden im Bereich der Gehölze Marktimpulse erwartet, die auf notwendige Ersatzpflanzungen zurückzuführen sind.

21.01.2019

Zurück