Marktentwicklung und Marketinginitiativen im Gartenbau
Mertz berichtete von einer rückläufigen Entwicklung im Zierpflanzenmarkt für das Jahr 2015. Der Gesamtumsatz sank von 8,6 Milliarden Euro auf 8,5 Milliarden Euro. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Schnitt- und Topfblumen sowie für Beet- und Balkonpflanzen lagen bei etwa 106 Euro. Er erinnerte an die Ergebnisse einer 2014 vom ZVG beauftragten Marktstudie für Blumen und Pflanzen. Diese Studie zeigte, dass die Pro-Kopf-Ausgaben ohne erhebliche Marketinganstrengungen nicht steigerungsfähig sind.
Die Marktstudie wies zudem auf eine besorgniserregende Abnahme der Wertschätzung für Blumen und Pflanzen, insbesondere bei jungen Menschen, hin. Die Branche reagierte darauf mit der Kommunikationskampagne „Blumen und Pflanzen – Natürlich schöne Augenblicke“.
Die Finanzierung der Kampagne ist für dieses Jahr gesichert.
Positive Entwicklung bei Ausbildungszahlen
Zufrieden zeigte sich Mertz mit der aktuellen Ausbildungssituation. Mit knapp 5.000 Neuabschlüssen verzeichnete der Gartenbau im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung. Die größte Zunahme war in der Fachrichtung Gemüsebau zu beobachten, mit 18,7 Prozent mehr Neuverträgen als im Vorjahr.
Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen und dem harten Wettbewerb um den Nachwuchs freuen mich diese Zahlen umso mehr.
Herausforderungen im Gemüse- und Obstbau sowie bei Friedhofsgärtnereien
Die zahlreichen Wetterextreme des vergangenen Jahres stellten insbesondere den Gemüsebau vor Herausforderungen. Mertz verwies in diesem Zusammenhang auf gestiegene Produktionskosten, die auch durch den Mindestlohn beeinflusst wurden. Dies betraf neben dem Gemüse- auch den Obstbau.
Auch die Friedhofsgärtnereien befinden sich in einer schwierigen Lage. Die zunehmende Anzahl von Bestattungswäldern führt bei den oft familiengeführten Betrieben zu erheblichen Einschnitten. Allerdings setzen die Friedhofsgärtner ihre Hoffnungen in gärtnerbetreute Gemeinschaftsgrabanlagen, die sich als wichtige wirtschaftliche Stütze erwiesen haben.
Politische Rahmenbedingungen und Marktmacht
Die politischen Rahmenbedingungen bleiben laut Mertz herausfordernd. Während er den Zustand der EU-Harmonisierung beim Thema Pflanzenschutz als „Trauerspiel“ bezeichnete, konnte der ZVG mit dem Start des Bundesprogrammes Energieeffizienz im Gartenbau und Landwirtschaft zum 1. Januar 2016 einen Erfolg der politischen Verbandsarbeit verbuchen.
Die Medienberichte über die Genehmigung der Fusionspläne von Edeka und Kaiser´s Tengelmann durch Wirtschaftsminister Gabriel bezeichnete Mertz als eine auch für den Gartenbau besorgniserregende Entwicklung.
Von einem freien Wettbewerb kann schon lange nicht mehr gesprochen werden. Die gärtnerischen Betriebe spüren bereits jetzt die Marktmacht einiger weniger Konzerne.
