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2017 wird alles anders - wirklich?

Zum Jahreswechsel fassen viele Menschen gute Vorsätze. Zum Beispiel: 2017 nehme ich mir mehr Zeit für die Familie. Künftig gehe ich regelmäßig joggen. Doch kurze Zeit später sind die Vorsätze vergessen. Denn sie sind nicht in einer Lebensvision verankert.

Entscheidungen treffen heißt, Prioritäten setzen

Ziehe ich nach London, um Karriere zu machen, oder sind mir meine Freunde wichtiger? Spare ich monatlich Geld fürs Alter oder fliege ich lieber auf die Malediven? Will ich Kinder oder ist mir meine Unabhängigkeit wichtiger? Vor solchen Fragen stehen wir im Leben häufig. Denn es ist eine Illusion anzunehmen, alles sei zugleich möglich.

Sich zu entscheiden fällt vielen Menschen schwer, weil jede Entscheidung bedeutet, andere Möglichkeiten zu verwerfen. Das gelingt nur, wenn wir wissen, was uns wirklich wichtig ist. Andernfalls fassen wir zwar viele Vorsätze, vergessen sie jedoch oft schon nach wenigen Tagen, weil sie nicht in einer Lebensvision verankert sind.

Hinzu kommt: Was in unserem Leben wirklich wichtig ist, ist selten dringend. Es ist zum Beispiel nie dringend, joggen zu gehen – aber gut für die Gesundheit. Es ist nie dringend, sich Zeit für ein Gespräch mit dem Partner zu nehmen – aber wichtig für die Beziehung. Weil die wichtigen Dinge fast nie dringend sind, schieben wir sie häufig auf.

Die Folge: Wir leben im permanenten High-Speed-Modus und stellen irgendwann resigniert fest, dass wir zwar ein immer voller werdendes, aber kein erfülltes Leben führen.

Herausforderung: Die Balance im Leben wahren

Diese Schieflage ist kein Einzelschicksal. In einer Welt stetiger Veränderung haben immer mehr Menschen das Gefühl, ihr Leben sei nicht im Lot. Während viele in Bezug auf ihre berufliche Laufbahn eine klare Perspektive haben, fehlen in anderen Lebensbereichen häufig konkrete Ziele.

Besonders betroffen sind die Bereiche:

  • Sinn und Kultur
  • Körper und Gesundheit
  • Familie und Beziehung

Dabei stehen alle vier Lebensbereiche – Arbeit/Beruf, Familie/Beziehung, Körper/Gesundheit und Sinn/Kultur – in enger Wechselbeziehung. Wer langfristig einen Bereich überbetont, verliert auf Dauer nicht nur Lebensfreude, sondern auch Leistungsfähigkeit.

Berufstätige Eltern erleben diese Zielkonflikte besonders deutlich: Unregelmäßige Arbeitszeiten, späte Termine oder längere Kundengespräche lassen sich oft nur schwer mit familiären Verpflichtungen vereinbaren. Interessenkonflikte sind vorprogrammiert.

Herausforderung: Das eigene Leben managen

Daraus ergibt sich eine weitere zentrale Aufgabe: Wir müssen Manager unseres eigenen Lebens werden. Das bedeutet, heute so zu handeln, dass wir auch morgen ein zufriedenes und erfülltes Leben führen können.

Der erste Schritt ist die Entwicklung einer persönlichen Lebensvision. Nehmen Sie sich bewusst Zeit – etwa zum Jahreswechsel – und stellen Sie sich Fragen zu allen vier Lebensbereichen:

  • Was ist mir wirklich wichtig?
  • Woran erkenne ich für mich ein erfülltes Leben?
  • Was sollte ich heute tun, damit ich auch morgen zufrieden bin?

Dabei hilft es, sich vor Augen zu führen:

  • Wer krank ist, kann weder genießen noch leistungsfähig sein.
  • Wer einsam ist, hat weder Lebensfreude noch Energie im Beruf.
  • Wer in einer Sinnkrise steckt, verliert Motivation und Orientierung.

Fragen Sie sich außerdem regelmäßig, ob es Warnsignale gibt, dass die Balance in Ihrem Leben ins Wanken gerät.

  • Zunehmendes Schweigen in der Partnerschaft oder Kontaktabbruch zu Freunden (Familie/Beziehung)
  • Ständiger Kostendruck oder Unsicherheit im Job (Arbeit/Beruf)
  • Häufige Sinnfragen wie „Was soll das alles?“ (Sinn/Kultur)
  • Körperliche Warnzeichen wie Schmerzen oder Erschöpfung (Körper/Gesundheit)

Haben Sie diese Fragen für sich beantwortet, können Sie konkrete Vorsätze formulieren und einen realistischen Maßnahmenplan entwickeln. Der entscheidende Unterschied: Ihre Vorsätze sind nun in einer Lebensvision verankert – und nicht nach wenigen Tagen wieder vergessen.

Zum Autor

Michael Schwartz leitet das Institut für integrale Lebens- und Arbeitspraxis (ilea) in Esslingen. Das Institut unterstützt Unternehmen und ihre Mitarbeitenden dabei, Spitzenleistungen zu erbringen.

Vom 26. bis 28. April 2017 veranstaltet ilea im Kloster Heiligkreuztal den Workshop „Time Out: Retreat für Führungskräfte“. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem die Themen Lebensvision entwickeln, Vorsätze erfolgreich umsetzen und neue Energie tanken.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite des Instituts unter der Rubrik „Events“ (siehe Link).

28.12.2016

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