Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Kenntnisgewinn über die eigenen Flächen und das Bestandesmanagement - Mehrwert nur unter bestimmten Bedingungen erzielbar - Ergebnisse eines DLG-Workshops zur Praxistauglichkeit von Pflanzensensoren.

CROP SENSOR gibt es auch mit ISARIA-Messtechnik (Foto: CLAAS Agrosystems)

Die Vorteile von optischen Sensoren im Pflanzenbau liegen nach Meinung erfahrener Praktiker vor allem in der sinnvollen Verknüpfung von Sensorwert, Standorteigenschaften, Düngeempfehlung und Applikationstechnik. Durch Sensormessungen des Bodens und des Pflanzenbestandes, vom Traktor oder durch Satellitentechnik, können wertvolle Daten ermittelt werden, durch die Ackerflächen besser eingeschätzt werden können.

Dies ist das Ergebnis eines Workshops, den die DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) kürzlich unter dem Thema "Ein Auge auf den Bestand - Optische Sensoren im Pflanzenbau" in Groß-Umstadt durchgeführt hat. Rund 50 hochkarätige Teilnehmer aus Wissenschaft, von Unternehmen, von der Pflanzenbauberatung sowie aus der landwirtschaftlichen Praxis analysierten am Markt befindliche Sensor-Systeme auf ihre Praxistauglichkeit. Die Systeme von YARA, CLAAS Agrosystems, LandData Eurosoft und Fritzmeier Umwelttechnik wurden vorgestellt und Ergebnissen aus Feldversuchen und Erfahrungen aus der landwirtschaftlichen Praxis gegenübergestellt. Die Fachleute waren sich einig, dass der Nutzen von solchen teils sehr komplexen Systemen nicht pauschal bewertet werden kann. Oft scheitert auch die Anwendung am fehlenden Vertrauen des Landwirts in die Systeme.
"Woher weiß ich denn, ob das passt, was der Sensor sagt?".

Im Gegensatz zu manchen Befürchtungen zeigen die Erfahrungen, dass die Sensortechnik nicht zwischen Acker und Landwirt steht, sondern vielmehr als Brücke zwischen beiden fungiert. Der Sensor sieht in der Tat nicht mehr als der Landwirt, da er nur einen Parameter bestimmen kann. Allerdings erfasst er diesen mit sehr hoher Genauigkeit. Die Kunst besteht demnach darin, diesen Mehrwert mit dem Wissen des Landwirts zu kombinieren: Die Sensordaten lesen, interpretieren und daraus die richtigen Maßnahmen entwickeln. Dies bestätigten die am Workshop teilnehmenden Landwirte.

Pflanzensensoren können nicht direkt im Vergleich zwischen Kenngrößen, wie Preis und dem Ertragszuwachs, gemessen werden, da ihr Nutzen letztlich zum Großteil auch vom Wissen und der Erfahrung des Anwenders abhängt. Mehrjährige Versuche von Landwirtschaftskammern und Landesanstalten aus dem ganzen Bundesgebiet zeigen, dass mit dem "Anschließen eines Steckers" nicht sofort höhere Erträge, Düngereinsparungen und ökonomische Vorteile zu erzielen sind.

Ein tatsächlicher Mehrwert an Geld und Ertrag ist meist nur unter bestimmten Bedingungen zu erzielen. Hierzu zählen die Bodengüte und das Jahresklima, aber auch das Managementsystem und die Applikationstechnik.

Interessenten erhalten weitere Informationen bei der DLG.

Ansprechpartner ist:
Dr. Klaus Erdle
Tel.: 069/24788-326
Fax: 069/24788-114
E-Mail: k.erdle(at)dlg.org

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