Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Garteninitiativen, Gartenakademien und Vereinigungen aus dem gesamten deutschen Sprachraum treten geschlossen für den Erhalt der Kulturpflanzenvielfalt und gegen den aktuellen Entwurf der EU-Saatgutverordnung ein. Darauf einigte man sich beim diesjährigen Treffen vom Netzwerk “Natur im Garten International“ in Mecklenburg-Vorpommern am 9.-10. Oktober.

Der Vorschlag zur EU-Saatgutverordnung wird derzeit auf europäischer Ebene neu verhandelt. Franz Gruber, Obmann des Vereins "European Garden Association - Natur im Garten International": "Bei den derzeitigen Verhandlungen zur EU-Saatgutverordnung muss sichergestellt werden, dass der Erhalt, die Nutzung und die Weitergabe von alten und regionaltypischen Kulturpflanzen auch in Zukunft gewährleistet ist."

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussion zur europaweiten Saatgutverordnung gewinnt der Erhalt der Pflanzenvielfalt einen besonderen Stellenwert. Wird der aktuelle Entwurf genehmigt, kann Saatgut nicht mehr frei vermehrt, weitergegeben oder vermarktet werden. Alten und regionalen Sorten würde so die Grundlage für eine rechtmäßige Vermarktung und Verwendung entzogen - mit der Folge des Verlustes der biologischen Vielfalt in Gärten und Grünräumen.

Im Zuge des jährlichen Treffens des Netzwerkes "Natur im Garten International" erfolgt ein intensiver Austausch zu wesentlichen Bereichen des ökologischen Gärtnerns. Ziel der im Netzwerk zusammengeschlossenen Garteninitiativen, Gartenakademien und Vereinigungen ist die Vernetzung und die Erarbeitung gemeinsamer Standpunkte und Schwerpunkte. Die Bedeutung des Erhalts der Vielfalt der Kulturpflanzen für den Naturgarten steht für alle Beteiligten außer Diskussion. Daher tritt das Netzwerk für den Erhalt von Vielfalt, für ökologische Qualität und Naturnähe im Sinne der Aktion "Natur im Garten" ein. Alle teilnehmenden Organisationen lehnen den aktuellen Entwurf zur EU-Saatgutverordnung ab.

Alte, regionaltypische Sorten, Tauschgut und bewährte standortangepasste Selektionen: Kulturpflanzenvielfalt ist für ökologisch gestaltete und gepflegte Gärten und Grünräume von großer Bedeutung. Jede Einschränkung der Verfügbarkeit von altem, seltenem und regionaltypischem Saatgut widerspricht der Zielsetzung einer nachhaltigen und umweltgerechten Zukunft - und damit auch den deklarierten Umweltzielen der Europäischen Union.

Jahrestreffen des Netzwerkes "Natur im Garten International" von 9. - 10. Oktober

Bayerische Gartenakademie, DIE GARTEN TULLN, Die NÖ Gartenplattform, Eigenheimerverband Bayern e.V., gARTenakademie Sachsen-Anhalt e.V., Gartennetz Deutschland e.V., Landesverband Bayerischer Kleingärtner e.V., Landschaftspflegeverband "Mecklenburger Endmoräne" e.V. , Natur im Garten Niederösterreich, Österreichische Gartenbaugesellschaft, Österreichischer Siedlerverband - Landesorganisation Niederösterreich, Stiftung Lebensqualität e.V. Vorarlberg, Verband Wohneigentum - Landesverband Bayern e.V., Forum Blühendes Tirol im Tiroler Bildungsforum, Die Gärten von Schloss Trauttmansdorff - Südtirol

 

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