Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Im sogenannten Dasgupta-Review, der gestern in London veröffentlicht wurde, werden die wirtschaftlichen Konsequenzen durch die Zerstörung der Natur benannt. Der Bericht zeigt, dass Wirtschaftswachstum und Wohlstand nur auf Grundlage einer gesunden Natur möglich sind. Der NABU fordert daher, Naturschutz konsequent in wirtschaftliche und politische Entscheidungen einzubeziehen, Ökosysteme zu schützen und die Renaturierung weiter voranzutreiben.

Moorschutz (Foto: NABU/Ronja Herzberg)

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger: „Einmal mehr zeigt der Bericht, wie wichtig eine intakte Natur als Lebensgrundlage – sowohl für den Menschen, als auch für unsere Wirtschaft und unseren Wohlstand – ist. Doch häufig wird sie bei wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen kaum berücksichtigt. Seit Jahrzehnten werden Natur und Umwelt zu Gunsten kurzfristiger Profite zerstört. Dadurch sind die Ökosysteme kaum noch widerstandsfähig, wodurch enorme Kosten und Risiken für heutige und zukünftige Generationen entstehen – etwa durch Pandemien, Naturkatastrophen oder Nahrungsmittelengpässe. Daher müssen alle nationalen und globalen Biodiversitätsstrategien, die aktuell verhandelten werden, ambitionierte Ziele verfolgen und konsequent in Politik und Wirtschaft umgesetzt werden. Es ist endlich an der Zeit, den Wert unserer Natur zu erkennen und sie zu schützen, anstatt sie weiter auszubeuten.“ 

Magdalene Trapp, NABU-Referentin für internationale Biodiversitätspolitik und Naturschutz: „Neben dem Erhalt und effektiven Management bestehender Schutzgebiete kommt der Renaturierung zerstörter Ökosysteme eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Bundesregierung muss sich dafür einsetzen, Ökosysteme wie Moore, Flüsse und Auen, artenreiche Wälder und artenreiches Grünland sowie Seegraswiesen bis 2030 auf mindestens 15 Prozent der Landes- und Meeresfläche wieder herzustellen. Dabei ergeben sich zahlreiche Synergien mit dem Klimaschutz, der Gesundheit, der wirtschaftlichen Entwicklung und der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Der Bericht zeigt auch: Je länger die Renaturierung aufgeschoben wird, desto teurer wird es. So erhöhen sich die sozialen Kosten bereits um das Doppelte, wenn sich die Maßnahmen um zehn weitere Jahren verzögern. Politische Entscheider*innen sollten die Herausforderungen endlich ernst nehmen und so schnell wie möglich genügend Geld für die notwendigen Renaturierungsmaßnahmen zur Verfügung stellen. Hierfür sollten unbedingt auch die Gelder zum Wiederaufbau nach der Corona-Krise genutzt werden.“ 

Hintergrund:

Das sogenannte Dasgupta-Review ist ein Bericht des renommierten Wirtschaftswissenschaftlers Partha Dasgupta, emeritierter Professor für Ökonomie an der britischen University of Cambridge. Der Bericht ist von der Regierung Großbritanniens in Auftrag gegeben worden und gestern in London erschienen. Er bewertet den wirtschaftlichen Nutzen der biologischen Vielfalt weltweit sowie die wirtschaftlichen Kosten und Risiken des Biodiversitätsverlustes. Darüber hinaus werden Maßnahmen identifiziert, die die biologische Vielfalt verbessern und gleichzeitig wirtschaftlichen Wohlstand schaffen sollen. Hierfür werden konkrete Beispiele angeführt, bei denen Institutionen bereits erfolgreich Ökosysteme an verschiedenen Orten wiederherstellen und erhalten.

 

 Links zu diesem Thema:

  • https://www.gov.uk/government/publications/final-report-the-economics-of-biodiversity-the-dasgupta-review

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