Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die Landesgartenschau 2023 in Höxter zeigt, wohin die Trends im Garten gehen. Jetzt wurden die Verträge für die acht Hausgarten-Beispiele unterzeichnet.

Vertragsunterzeichnung Galeriegärten (Bild: LGS 2023 Höxter)

Anregungen für die Gestaltung des heimischen Gartens – das erhoffen sich viele Besucher von einer Landesgartenschau. Deswegen sind die Hausgartenbeispiele regelmäßig ein besonderer Anziehungspunkt auf dem Gelände. Acht solcher Gärten wird die LGS 2023 in Höxter auf dem Wall gleich an der Stadtmauer bekommen. Die Verträge mit den beteiligten Unternehmen aus der Region wurden nun Anfang März im historischen Höxteraner Rathaus unterschrieben.

Die Garten- und Landschaftsbaubetriebe haben schon viele Ideen für die insgesamt 2.200 Quadratmeter große Fläche. Zum Beispiel soll es einen Gemüsegarten mit Hochbeeten aus Eichenbalken und Outdoor-Küche geben.

„Mit einer kleinen Bienennährwiese drumherum - ein gedeckter Tisch für Menschen und Insekten“, schwebt Frank Schröder (GaLaBau Lippe aus Lage) vor, der mit seinen Mitarbeitern derzeit auch auf mehreren Gartenschau-Baustellen aktiv ist. Seit dem Corona-Lockdown gehe der Trend zum Pool, zum großen Grill oder zur Selbstversorgung aus dem eigenen Garten. Schröder will auch zeigen, wie man Schädlinge auf natürliche Weise vom Gemüse fernhalten kann: „Zum Beispiel mit Tagetes zwischen den Kohlköpfen.“

Drei Unternehmen aus dem Kreis Höxter haben sich zusammengetan und gestalten einen gemeinsamen Hausgarten für die Landesgartenschau. „Wir denken an ein Wasserelement, eine modellierte Landschaft mit verschiedenen Höhen, Formgehölzen, Stauden und Gräsern, die eine harmonische Einheit bilden“, verspricht Christian Böhner von Kreative Gärten aus Bad Driburg. Auch die Kollegen Georg Tegetmeier aus Brakel und Michael Pöhler aus Bad Driburg-Reelsen machen mit in der Arbeitsgemeinschaft. Der gemeinsame Auftritt ist für alle Beteiligten eine Premiere: „Wir wollen Kunden erreichen und Werbung für unseren Berufsstand machen“, ergänzt Michael Pöhler. Denn es mangelt der Branche momentan nicht an Aufträgen, sondern an Mitarbeitern. Das Thema Nachwuchswerbung für den GaLaBau auf der Landesgartenschau aufzugreifen, kann sich LGS-Geschäftsführer Jan Sommer gut vorstellen. Es könnten Ideen wie ein „Tag der grünen Berufe“ entwickelt werden.

Die Landschaftsarchitektur-Studierenden der Hochschule in Höxter sind ebenfalls an einem der sogenannten Galeriegärten beteiligt, den die Firma Gerber aus Exertal umsetzen wird. In einem sogenannten Phasengarten soll die Entstehung eines Gartens als Prozess gezeigt werden - von der Idee über die Planung bis zur schrittweisen Umsetzung. „Es ist eben nicht damit getan, beim Gartencenter einen Einkaufswagen vollzumachen und fertig ist der Garten“, erklärt Thomas Gerber. Dadurch solle den Gartenschau-Besuchern auch bewusstgemacht werden, wie sich die Kosten zusammensetzen.  

Eine Art „Wohnzimmer im Freien“ will Rainer Stolle aus Lichtenfels-Sachsenberg schaffen. „Ein Garten, der Energien aktiviert und Entspannung bringt.“ Geplant sei eventuell ein Tiny-House mit Dachbegrünung als Büro im Garten, verrät Landschaftsarchitektin Barbara Sörries-Herrnkind. Hans-Joachim Kleimann aus Herford möchte einen japanischen Garten mit Bonsais und anderen ausgefallenen asiatischen Gehölzen präsentieren. 

Die Schaugärten auf dem Wall sollen von einem Holzsteg wie Bilder in einer Galerie umrahmt werden. Zusätzlich wird es den sogenannten Landschaftsgärtnertreff des Verbandes für Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL NRW) auf dem Wall geben. „Wir wollen das Thema Sicht- und Lärmschutz im Garten aufgreifen und zum Beispiel zeigen, wie man Wände vertikal begrünen kann“, erklärt Referentin Lisa Jung. Auch bei den Galeriegärten verortet ist der Gewinner-Garten des „Green Mix Garden“-Wettbewerbs vom Bund deutscher Landschaftsarchitekten. Den hatten zwei Studentinnen der Technischen Hochschule OWL in Höxter mit einem Konzept gewonnen, bei dem vermeintliches Unkraut bewusst in Szene gesetzt wird.

Die Verantwortlichen freuen sich, dass sich viele Unternehmen gefunden haben, die sich auf der Landesgartenschau in Höxter engagieren wollen. „Die Hausgartenbeispiele - das ist das, was der Privatkunde auf einer Gartenschau sehen will“, betont Karl Jänike, Geschäftsführer der LAGL NW e.V. und Referent für Landschaftsgärtnerische Fachgebiete beim VGL NRW.  Auch Helmut Rüskamp (Vorstand der LAGL NW) kam zur Vertragsunterzeichnung nach Höxter. Es tue sich viel in Höxter, die ganze Stadt werde im Zuge der LGS umgestaltet. „Nicht jede Stadt bekommt eine LGS. Das ist ein mutiger Schritt für Höxter, weil hier in zwei bis drei Jahren geschaffen wird, wofür andere 20 Jahre brauchen“, sagte Rüskamp im historischen Rathaus.

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