Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Eigentlich sind Feiertage ein Anlass zum Feiern. Aber am Internationalen Tag des Artenschutzes (3.3.) für den Schutz der wildlebenden Flora und Fauna ist das, trotz einzelner Erfolge, immer weniger der Fall. Weltweit nimmt die Vielfalt der Arten, Lebensräume und der Genetik auf unserem Planeten ab. Das gilt auch in Deutschland, wie man der stetig länger werdenden Roten Liste bedrohter Arten entnehmen kann.

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller (Bild: NABU/Hoffotografen)

Der Verlust dieser Vielfalt bedroht das System „Natur“ als Ganzes und damit auch das Überleben des Menschen. Das Netz des Lebens wird störanfälliger, mit ungewissen Konsequenzen. Der breite Verlust an Lebensräumen und Arten, von Insekten, über Vögel und Amphibien, bis hin zu Säugetieren wie dem Feldhamster, zeigt, dass isolierter Artenschutz für einzelne Arten kein zukunftstauglicher Ansatz ist. Es braucht einen anderen Ansatz für den Biodiversitätsschutz. Einen umfassenden Schutz der Natur in all ihrer Komplexität.  Dies kann nur gelingen, wenn menschliche Eingriffe reduziert werden und der Natur mehr Raum für natürliche Prozesse gegeben wird.

Aus diesem Grund setzt sich der NABU für einen verbesserten Flächenschutz ein, um Lebensräume zu sichern und so die Arten zu schützen. Bund und Länder sind aufgefordert, Schutzgebiete mit größerer Wirksamkeit umsetzen. “Die Qualität von Schutzgebieten sowie die Verwaltungskapazitäten, reichen nicht aus, um die Umsetzung vorhandener Schutzgebiete einzuhalten. Wir brauchen dringend eine bessere finanzielle und vor allem auch bessere personelle Ausstattung bei der Betreuung von Schutzgebieten,” fasst Jennifer Krämer, NABU-Referentin für Schutzgebiete und Naturschutzpolitik zusammen. Und weiter:  “Zwar unterstützen die Ehrenamtlichen des NABU Tag für Tag tatkräftig bei Naturschutzmaßnahmen und begeistern für die besondere Artenvielfalt in den Schutzgebieten. Ohne Rückhalt in den Behörden ist dieses Engagement jedoch frustrierend. Noch frustrierender wird es, wenn aufgrund schlechter politischer Entscheidungen Erfolge sogar wieder zerstört werden, beispielsweise durch neue Industriegebiete in Schutzgebieten.”

Wie es besser gehen kann, wird der NABU Anfang April mit einer Studie zu nötigen Maßnahmen in bestehenden Schutzgebietskategorien für einen wirksamen Schutz der Biodiversität präsentieren.
Mit mehr als 940.000 Mitgliedern und Fördernden ist der 1899 gegründete NABU der älteste und mitgliederstärkste Umweltverband Deutschlands. Der NABU engagiert sich für den Erhalt der Lebensraum- und Artenvielfalt, den Klimaschutz sowie die Nachhaltigkeit der Land-, Wald- und Wasserwirtschaft. Der NABU begeistert für die Natur und fördert naturkundliche Kenntnisse für ein aktives Naturerleben.

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