Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Die Reinert Metallbau GmbH mit Firmensitz in Weidenbach hat ein neuartiges Spezialgerät entwickelt, das unerwünschte Gräser und Kräuter pflegeleicht beseitigt.

varioFLAME-2250 im Einsatz. (Foto: Martin Reinert)

Martin Reinert mit varioFLAME. (Foto: Reinert Metallbau GmbH)

Mit dem Einzug des Frühlings werden die Landwirte auf ihren Feldern zunehmend aktiv. Auch Obst- und Weinbauern sehen zum Start der Wachstumsperiode nach ihren Pflanzen. Nicht zuletzt gilt es, unerwünschte Konkurrenten um Wasser und Nährstoffe rund um die Gehölze einzudämmen oder komplett zu entfernen.

Umwelt- und gesundheitsbewusste Erzeuger, die hierfür auf den Einsatz von Herbiziden verzichten wollen, finden in der Abflammtechnik eine naturschonende Alternative. Ein Pionier und Marktführer dieser Technik ist die Reinert Metallbau GmbH. Innerhalb der letzten 50 Jahre entstand im mittelfränkischen Weidenbach ein breites Portfolio von Spezialgeräten vorwiegend für den Einsatz in der Landwirtschaft.

Mit dem neuesten Modell namens varioFLAME schafft Reinert einen Lückenschluss in seinem Sortiment. "Damit können im Obst- und Weinbau Unkräuter, Pilzkrankheiten und Schädlinge in der Reihe, direkt um den Stamm herum, ohne dass ein unbehandelter toter Winkel zurückbleibt, erfolgreich und umweltschonend bearbeitet werden", erklärt Firmeninhaber Martin Reinert den Einsatzbereich des von ihm selbst entwickelten Geräts.

Als Brennstoff dient Propangas. Dessen Flammen erzeugen eine Einwirkungstemperatur von etwa 1925 °C. Die Unkräuter werden beim langsamen Vorbeifahren weder verbrannt noch verkohlt, sondern nur blanchiert, betont Reinert. Dabei gerinnt das Zelleiweiß in den Pflanzen, die Zellwände platzen, wodurch Zellflüssigkeit austritt und die Unkräuter absterben. Während auch Pilzkrankheiten und weitere Schädlinge auf die gleiche Weise vernichtet werden, überstehen die Baumstämme und Reben die kurzzeitige Erhitzung ohne Schädigung.

Konkrete Anfragen aus der Praxis

Der Impuls für die Entwicklung des Spezialgeräts resultiert aus einer Anfrage aus dem Jahr 2020. Damals erkundigte sich ein Kunde aus der Türkei nach einem Spezialgerät zur umweltschonenden Unkrautbeseitigung für seine 4.000 ha große Kirschplantage. "Dieses erste Gerät haben wir gebaut und geliefert", erzählt Martin Reinert.

Der bis Herbst 2023 zur heutigen Serienreife entwickelte varioFLAME entstand danach in Zusammenarbeit mit verschiedenen Praktikern und Kompetenzzentren für Obstbau. Vorausgegangen war 2021 eine Anfrage von verschiedenen Obstbauern und einer Obstbaugenossenschaft aus dem badischen Raum. Während der zweijährigen Entwicklungszeit wurde der Prototyp ausführlich getestet und nach Einsätzen in der Praxis sukzessive optimiert.

Um varioFLAME in den Markt einzuführen, wird es nun auf verschiedenen Fachmessen im Obstbau und auch im Weinbau sowie auf fachbezogenen Informationsveranstaltungen vorgestellt. Anfang Februar wurde es bereits bei der Austro Vin, Österreichs führender Fachmesse für Weinbau, Obstbau, Kellereitechnik und Vermarktung in Tulln an der Donau am Messestand eines Vertriebspartners aus dem Nachbarland präsentiert.

Das Interesse an dem neuen Gerät sei derzeit sehr groß, sagt Martin Reinert. Dies liege daran, dass varioFLAME eine umweltschonende Lösung für die Bearbeitung im sensiblen stammnahen Bereich liefere, wofür es bisher keine effizienten mechanischen Geräte gebe. "Wenn hier die Unkräuter wachsen, bleibt der Baumstamm bzw. Weinstock immer feucht und damit ein guter Nährboden für Pilzkrankheiten und Schädlinge", erklärt der Fachmann.

Ausgezeichnet mit dem BSFZ-Siegel für Innovationskompetenz

Besonders in Wasserschutzgebieten, wo der Einsatz von Herbiziden grundsätzlich verboten ist, liefert der Gesetzgeber ein starkes Verkaufsargument. Da Martin Reinert weiß, dass ein erheblicher Anteil der Obst- und Weinbauflächen in Wasserschutzgebieten liegt, ist er sehr optimistisch, dass varioFLAME zahlreiche Anwender finden wird. Nachdem er das Ergebnis gesehen hatte, sagte ein Kunde: "Wo waren Sie nur all die letzten Jahre?"

Übrigens: Für die Entwicklung dieses Spezialgeräts wurde die Reinert Metallbau GmbH heuer vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem BSFZ-Siegel für Innovationskompetenz ausgezeichnet, das mit einer Forschungszulage verbunden ist. Dies ist bereits die zweite Auszeichnung dieser Art nach der für die powerHEAT-Technologie im Jahr 2021.

 

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Am Weidenpark 3
91746 Weidenbach
Deutschland

Tel.: +49 (0)9826/872910
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Web: http://www.reinertnet.de

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