Blühstreifen und Bürgerforschung liefern neue Impulse für heimischen Sojaanbau
Mit dem Projekt „1000 Gärten – das blühende Sojaexperiment“ treiben die Universität Hohenheim und der Tofuhersteller Taifun-Tofu die Entwicklung von Sojaanbau im Gartenbau und in der Landwirtschaft voran. Ziel ist es, geeignete Sorten für den ökologischen Anbau in Deutschland zu identifizieren und gleichzeitig neue Erkenntnisse zur nachhaltigen Produktion zu gewinnen.
Im Rahmen des Citizen-Science-Ansatzes sind Hobbygärtnerinnen und -gärtner bundesweit eingeladen, aktiv an der Forschung mitzuwirken. Voraussetzung für die Teilnahme sind lediglich fünf Quadratmeter Anbaufläche und Interesse an wissenschaftlicher Arbeit.
Forschung im eigenen Garten
Die Teilnehmenden bauen verschiedene Sojasorten an und dokumentieren deren Entwicklung von der Aussaat bis zur Ernte. Die gewonnenen Daten fließen in die wissenschaftliche Auswertung ein und liefern wichtige Erkenntnisse zu Standortbedingungen und Sorteneignung.
Im Fokus stehen Fragen zur Anpassungsfähigkeit der Pflanzen an unterschiedliche klimatische Bedingungen sowie zur Ertrags- und Qualitätsentwicklung unter Praxisbedingungen.
Blühstreifen als zusätzlicher Forschungsansatz
Erstmals wird das Projekt um Blühpflanzen ergänzt, die zwischen den Sojareihen ausgesät werden. Diese sollen nicht nur Insekten fördern und den Boden schützen, sondern auch Auswirkungen auf Wachstum und Qualität der Sojabohnen liefern.
Untersucht wird unter anderem, wie sich Blühstreifen auf die Erträge und die Eignung der Bohnen für die Weiterverarbeitung – etwa zur Tofuherstellung – auswirken.
Nachhaltiger Anbau im Fokus
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die Etablierung eines ökologisch verträglichen Sojaanbaus in Deutschland. Im Gegensatz zu global verbreiteten Monokulturen soll der Anbau in vielfältige Fruchtfolgen integriert und ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel umgesetzt werden.
Geeignete Sorten müssen dabei mehrere Anforderungen erfüllen: Sie sollen unter den hiesigen klimatischen Bedingungen stabile Erträge liefern und gleichzeitig einen hohen Eiweißgehalt aufweisen.
Breite Beteiligung erwünscht
Das Projekt richtet sich an eine Vielzahl von Zielgruppen, darunter private Gärtner, Bildungseinrichtungen und landwirtschaftliche Initiativen. Je vielfältiger die Anbaubedingungen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse.
Mit dem Ansatz, Forschung und Praxis zu verbinden, leistet das Projekt einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Gartenbaus und zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig wird das Bewusstsein für nachhaltige Anbaumethoden gefördert.
