Akku-Produkte treiben Wachstum – Corona bremst Geschäftsentwicklung 2020
Die STIHL-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2019 ihren Umsatz auf 3,93 Milliarden Euro gesteigert. Das entspricht einem Wachstum von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 3,78 Milliarden Euro. Bereinigt um Wechselkurseffekte ergibt sich ein Plus von 2,7 Prozent. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte das Familienunternehmen damit seine Marktposition im Bereich motorbetriebener Geräte für Gartenbau, Forst und Landschaftspflege behaupten.
„Trotz zahlreicher Herausforderungen im vergangenen Jahr haben wir beim Umsatz in der Unternehmensgruppe ein Plus erzielt. Gleichwohl gingen die zunehmenden Handelskonflikte, die schwächelnde Weltwirtschaft und ungünstige Witterungsbedingungen nicht spurlos an uns vorbei."
Parallel zum stabilen Absatz zeigt sich eine deutliche Verschiebung im Produktmix. Während die Nachfrage nach Geräten mit Benzinmotor zurückging, stieg der Absatz von Akku-Geräten. Diese Entwicklung spiegelt den wachsenden Trend zu emissionsarmen und geräuscharmen Lösungen wider, die insbesondere im Garten- und Landschaftsbau sowie im kommunalen Einsatz zunehmend gefragt sind.
Corona-Pandemie beeinflusst Geschäftsentwicklung
Das erste Quartal des Jahres 2020 war bereits von den Auswirkungen der weltweiten Coronavirus-Pandemie geprägt. Nach einem starken Start in den Monaten Januar und Februar schloss das Unternehmen das erste Quartal auf dem Niveau des Vorjahres ab. Da in vielen Ländern Händlergeschäfte zeitweise schließen mussten, rechnet STIHL für das zweite Quartal mit einem deutlichen Rückgang.
„Nach einem sehr guten Januar und Februar endete das erste Quartal auf Vorjahresniveau. Da die Händlergeschäfte in einer Reihe von Ländern geschlossen sind, gehen wir von einem nennenswerten Rückgang im zweiten Quartal aus. Mittelfristig bleiben wir optimistisch."
„Als Familienunternehmen tragen wir in der Coronakrise ein hohes Maß an Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Dazu gehört auch, dass wir versuchen, Arbeitsplätze zu sichern und, soweit es möglich ist, weiter zu produzieren und unsere Händler zu beliefern – natürlich in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden und unter Einhaltung strenger und behördlicher Schutzmaßnahmen an den Standorten. Denn wir haben auch eine Verantwortung gegenüber unseren mehr als 53.000 Fachhändlern und Millionen von Kunden."
Unterschiedliche Entwicklung in den internationalen Märkten
Regional entwickelte sich das Geschäft im Jahr 2019 unterschiedlich. Positiv verlief der Absatz in Westeuropa sowie in Osteuropa ohne Russland. In Nordamerika, lange Zeit Wachstumstreiber für das Unternehmen, ging der Absatz leicht zurück. Ausschlaggebend dafür waren vor allem ungünstige Wetterbedingungen zu Beginn der Gartensaison.
In Asien konnte STIHL hingegen ein leichtes Wachstum erzielen. Besonders dynamisch entwickelte sich der Markt in Indien mit zweistelligen Zuwachsraten. In Afrika bewegte sich der Absatz auf dem Niveau des Vorjahres. Weltweit wurde das Händlernetz weiter ausgebaut, sodass Kunden inzwischen bei mehr als 53.000 Fachhändlern auf Produkte und Serviceleistungen zugreifen können.
Zum Jahresende 2019 beschäftigte die Unternehmensgruppe weltweit 16.722 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit lag der Personalstand um 2,3 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Moderates Wachstum auf dem deutschen Markt
Auch in Deutschland konnte STIHL 2019 ein leichtes Absatz- und Umsatzwachstum erzielen. Besonders positiv entwickelte sich die Nachfrage nach Akku-Geräten sowie nach Hochdruckreinigern. Der Start in das Jahr 2020 verlief ebenfalls erfolgreich, bis sich die Auswirkungen der Pandemie im März zunehmend bemerkbar machten.
Im Zuge der veränderten Marktsituation wurde der Start des unternehmenseigenen Online-Shops vorgezogen. Seit dem 20. März 2020 können nahezu alle Geräte über den Webshop bestellt und direkt nach Hause geliefert werden. Gleichzeitig bleibt der stationäre Fachhandel zentraler Bestandteil des Vertriebskonzepts.
„Bei jedem Kauf im neuen STIHL Online-Shop wird dem Kunden ein nahe gelegener Fachhändler empfohlen, der wie gewohnt als persönlicher Ansprechpartner vor Ort Beratung und professionellen Service bietet. Für die Bereitstellung dieser Leistungen erhält der lokale Händler beim Kauf eine Vergütung von STIHL."
Investitionen am deutschen Stammsitz
Das deutsche Stammhaus, die ANDREAS STIHL AG & Co. KG, erzielte 2019 einen Umsatz von 1,21 Milliarden Euro und damit ein leichtes Plus von 0,8 Prozent. Maßgeblich für die Entwicklung war unter anderem ein höherwertiger Produktmix.
Das Investitionsvolumen lag bei 134 Millionen Euro. Die Mittel flossen unter anderem in den Ausbau des Logistikzentrums in Ludwigsburg, die Erweiterung des Produktionslogistikzentrums in Waiblingen-Neustadt, die Modernisierung des Stammsitzes sowie in den Bau der STIHL-Markenwelt in Waiblingen.
Am Stammsitz arbeiteten zum Jahresende 2019 insgesamt 5.090 Beschäftigte. Die Belegschaft wuchs damit gegenüber dem Vorjahr um 1,9 Prozent.
Optimistische Perspektive trotz Herausforderungen
Für das Gesamtjahr 2020 erwartet das Unternehmen aufgrund der Pandemie einen Rückgang beim Absatz. Gleichzeitig bleibt STIHL mittel- und langfristig zuversichtlich. Hohe Flexibilität in Produktion und Vertrieb ermöglicht es, kurzfristig auf Veränderungen in den Märkten zu reagieren.
„Wir können dank unserer hohen Flexibilität kurzfristig auf Änderungen in den Märkten reagieren. Mittel- und langfristig bleiben wir optimistisch."
Nach der Bewältigung der Corona-Pandemie rechnet das Unternehmen wieder mit zunehmender Dynamik in den internationalen Märkten und steigenden Absatzzahlen. Gleichzeitig setzt STIHL verstärkt auf Effizienzprogramme und Kostenoptimierung, um den wachsenden Wettbewerb – insbesondere im Akku-Segment – erfolgreich zu begegnen.
