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Die Zukunft muss klimaneutral werden. Diese Forderung unterstrich Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber heute in München bei der Vorstellung des neuen Klima-Report Bayern 2021.

Cover Klima-Report (© Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz)

"Der Klima-Report ist ein Fenster in die Zukunft. Er zeigt klar: Wir müssen handeln. Die Weichen sind bereits richtig gestellt. Spätestens 2050 soll ein klimaneutrales Bayern Säule eines klimaneutralen Kontinents sein. Nachdem die EU ihre Klimaziele nochmals nach oben schrauben will, werden auch wir unsere Ziele entsprechend anpassen. Neue Ziele erfordern neue Maßnahmen. Ich will ein Klima-Paket II schnüren. Das Klima-Paket II soll ein Turbo für unsere Klimaschutzoffensive werden. Kern sind unsere aktuell rund 100 konkreten Maßnahmen, die wir kraftvoll erweitern wollen", so Glauber. Neue Schwerpunkte sollen vor allem in den Bereichen natürlicher Klimaschutz – wie etwa Schutz der Moore –, kommunaler und internationaler Klimaschutz sowie erneuerbare Energien gesetzt werden. 

"Herzkammer der Klimaneutralität ist die dezentrale Versorgung mit erneuerbaren Energien. Unverzichtbarer Baustein, um den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, ist die Ausstattung staatlicher Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen. Nur so können wir unserer Vorbildfunktion gerecht werden. Private Dachphotovoltaik-Anlagen sollen mit einer neuen Förderung passender Speicher im Keller den Klimaschutz zum Mitmach-Projekt machen", betonte Glauber. Um die rund 2.000 Kommunen auf dem Weg zur Klimaneutralität noch besser zu unterstützen, soll die Landesagentur für Energie und Klimaschutz weiter gestärkt werden. 

Der Klima-Report Bayern 2021 ist die zweite Auflage der umfassendsten Bestandsaufnahme zu den Folgen des Klimawandels im Freistaat nach 2015. Er projiziert, dass die mittlere Temperatur in Bayern bis 2100 um bis zu maximal 4,8 Grad Celsius gegenüber dem Zeitraum von 1971 bis 2000 ansteigen könnte, wenn keine Klimaschutzmaßnahmen ergriffen würden. Im selben Zeitraum könnten laut Klima-Report in Bayern bis zu 36 weitere Hitzetage hinzukommen. Hitzetage sind Tage mit einer Temperatur von mindestens 30 Grad Celsius. Zum Vergleich: Zwischen 1971 und 2000 gab es etwa 4 Hitzetage pro Jahr. Und auch nachts wird die Temperatur häufiger über 20 Grad Celsius bleiben: bis zu maximal 18 sogenannte Tropennächte sind in Bayern möglich. Anders sieht es aus, wenn das Pariser Klimaabkommen weltweit erfolgreich umgesetzt wird: Die Temperatur in Bayern würde spätestens ab 2050 nicht mehr nennenswert steigen, sondern nur noch um im Mittel 1,1 Grad Celsius bis zum Ende dieses Jahrhunderts. 

"Der Klima-Report spielt wissenschaftlich in der Champions League. Wir wollen aber auch international Maßstäbe setzten. Wir verfeinern unsere Projektionen jetzt für die sieben Klimaregionen Bayerns. Die detaillierten Ergebnisse stellen wir anschließend allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Dabei sind der Deutsche Wetterdienst und unser Landesamt für Umwelt wichtige Partner", so Glauber. Tobias Fuchs, Leiter des Geschäftsbereichs Klima und Umwelt des Deutschen Wetterdienstes ergänzte: "Fakt ist, dass mit dem voranschreitenden Klimawandel nach derzeitigem Kenntnisstand eine Zunahme von wetterbedingten Extremereignissen zu erwarten ist, wie beispielsweise die Sturzflut in Simbach am Inn im Juni 2016 oder massive Stark- und Dauerschneefälle im Januar 2019, von denen auch Bayern betroffen war. Daher ist es wichtig und dringlich, bevorstehende klimatische Veränderungen genau im Auge zu behalten." 

Der Klima-Report unterstreicht auch die Bedeutung des Themas sichere Wasserversorgung, zu dem Glauber bereits Ende vergangenen Jahres das Programm 'Wasserzukunft Bayern 2050' aufgelegt hat. Der Klima-Report zeigt, dass sich die Regenmenge in Zukunft insgesamt kaum verändert, es aber längere Trockenperioden geben wird. Das erklärt sich durch häufigere und intensivere Starkregenereignisse in allen Landesteilen. Bei zeitgleich höheren Lufttemperaturen steigt die Verdunstung und verstärkt damit die Trockenheit zusätzlich. Gleichzeitig führen Starkregenereignisse zu einer größeren Abschwemmung wertvoller Böden. Auf der Fläche eines Fußballfelds werden schon jetzt durchschnittlich 3,5 Tonnen wertvoller Oberboden pro Jahr weggeschwemmt. Bis zum Jahr 2050 könnte sich das Ausmaß der Bodenerosion noch verdoppeln oder sogar verdreifachen. 

Der Klima-Report 2021 steht ab sofort zum kostenlosen Download zur Verfügung (siehe Link).

 

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