Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau

Naturnahe Gärten helfen vielen Arten als kleine Biotope und bieten wertvolle Lebensräume – und sie leisten einen Beitrag gegen das Artensterben. Auch Gärtnerinnen und Gärtner profitieren von einer hohen Artenvielfalt: So halten zum Beispiel räuberische Insektenarten wie blattlausfressende Marienkäfer oder Florfliegen die Anzahl von sogenannten Schädlingen in Schach.

Anlage eines Naturgartens (Bild: NABU/Sebastian Hennigs)

Schmetterlingsraupen, Käfer und andere Insekten stellen wiederum eine unverzichtbare Nahrungsquelle für Singvögel, Frösche, Igel und Fledermäuse dar. Dabei muss ein Garten kein perfekter Naturgarten sein – schon kleine Änderungen helfen. Der NABU gibt gemeinsam mit den Partnern aus dem Projekt gARTENreich fünf Tipps für einen artenreichen Garten.

1. Hecken mit heimischen Sträuchern. Kirschlorbeer, Bambus und Thuja sind beliebte Heckenpflanzen, aber leider sind sie kein Gewinn für die Natur, denn sie bieten Insekten und Vögeln keine Nahrung. Besser sind heimische Gehölze wie Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Gewöhnliche Felsenbirne, Hundsrose und Berberitze. Ihre Blüten und Früchte bieten Leckerbissen für viele Tiere.

2. Wiese und Blumenrasen statt Rasen. Blumenwiesen aus heimischen Wildblumen und Gräsern entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg; sie werden von Jahr zu Jahr schöner und artenreicher. Wildkräuter und -blumen locken verschiedene Wildbienenarten, Käfer und andere Insekten an, die wiederum Nahrung für Vögel, Fledermäuse und Amphibien sind. Wer seine Wiesenfläche auch ab und zu als Spielfläche oder Liegewiese nutzen möchte, sollte statt einer Blumenwiese einen artenreichen Blumenrasen anlegen. Blumenrasen sind vielfältige Lebensräume und können, anders als eine Wiese, häufiger betreten werden. Bestehende Zierrasen, auf denen nicht gedüngt und Wildkräuter nicht bekämpft werden und in deren Umgebung blühende Wildblumen wachsen, können sich mit etwas Zeit und einer angepassten Pflege zu artenreicheren Blumenrasen entwickeln.

3. Wildstaudenbeete anlegen. Ein buntes Blütenmeer aus heimische Wildstauden sieht nicht nur schön aus, es ist auch ein Schlemmerbuffet für viele Insektenarten. Wo Königskerze, Schafgarbe, Storchschnabel, Natternkopf, Hornklee und Akelei blühen, fühlen sich Hummel, Holzbiene und Heupferd wohl.

4. Rückzugsorte schaffen. Eine Ecke im Garten, die wenig oder gar nicht bearbeitet wird, ist ein Paradies für Vögel, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und kleine Tiere, wie Igel und Blindschleiche. Viele Insekten, wie Prachtkäfer und die Blaue Holzbiene benötigen Totholz als Lebensraum, eine große Zahl von Wildbienenarten nistet zudem in der Erde. Wichtig sind daher nicht nur die bekannten Insektenhotels, sondern vor allem Totholzelemente wie Baumstümpfe oder einfach anzulegende Reisighaufen, Laub, Steine sowie offene Böden oder Sandflächen. Wer solche Rückzugs- und Überwinterungsmöglichkeiten und damit Lebensraum schaffen möchte, kann eine Naturecke im Garten zulassen und dort auch wichtige Wildpflanzen wie Klee, Löwenzahn oder Brennnesseln stehen lassen. Die Naturecke kann auch klein sein – schon wenige Quadratmeter helfen Tieren und Wildpflanzen.

5. Wasser im Garten. Auch Vögel und Insekten haben Durst, einige Tiere
benötigen Wasser, um ihre Eier abzulegen. Wer etwas für Libellen und andere
wassergebundene Insekten tun möchte, aber nur wenig Platz hat, der kann in seinem Garten einen Miniteich anlegen. Davon profitieren auch Fledermäuse, die in der Abenddämmerung Mücken und andere Insekten jagen, die sich gern über der Wasseroberfläche aufhalten.

Mehr Infos und praktische Tipps: 1. und 2. Link

Die umfangreiche Einsteigerbroschüre als PDF zum Download: 3. Link

Im Projekt gARTENreich, das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird, widmet er sich gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis der Frage, wie sich die biologische Vielfalt in Privatgärten im Einklang mit den Nutzungsbedürfnissen von Gartenbesitzenden erhöhen lässt. Projektpartner sind neben dem NABU, das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung IÖW, der NaturGarten e.V., die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie die Stadt Gütersloh und die Gemeinde Aumühle. Mehr Infos: 4. Link

 

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